Vbg: Katastrophenübung in der Sonne Mellau
Mellau (Vbg): Am Palmsonntag, dem 16. März 2008, fand gegen 17:00 Uhr eine großangelegte Katastrophenübung im Gasthof Sonne in Mellau statt.
Bereits vor knapp einem Jahr, als bekannt wurde, dass das Objekt abgerissen wird, hatte die Feuerwehr Mellau beim Besitzer für einen Termin für diese Übung angefragt, um ein quasi leerstehendes Hotel für eine großangelegte Übung mit Feuerwehr und Rotem Kreuz nützen zu können. Am Palmsonntag war es dann also soweit. Über 100 Feuerwehrmänner, ca. 30 Rot-Kreuz-MitarbeiterInnen und Notärzte stellten sich der nicht leichten Übungsannahme eines Brandes in einem vollbesetzten Hotel mit zahlreichen Verletzten.
„Diese Übung war bereits seit fast einem Jahr geplant und wurde nun am Palmsonntag durchgeführt. Ziel war es, die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Einsatzorganisationen zu stärken und auch die Hintergrundorganisation, die ein solcher Einsatz mit sich bringt, zu beüben. Besonders herauszuheben ist weiters, dass vorallem versucht wurde, die Übung möglichst realistisch zu gestalten (auch was z.B. Anfahrtszeiten und Nachalarmierungen betrifft), auch um mögliche Schwierigkeiten und Probleme aufzuzeigen und diese dann nachhaltig weiter angehen und lösen zu können.“ so die Organisatoren der Übung Dieter Janisch und Tobias Bischofberger von der Feuerwehr Mellau.

Das Ganze wurde jedenfalls keine leichte Übung für die eingesetzten Kräfte. „So hat der Ort Mellau ja das Problem, genau in der Mitte zwischen 2 Rot-Kreuz-Ortsstellen (Anm.: Egg und Au) zu liegen, was im Ernstfall ziemlich lange Anfahrtszeiten für die Rot-Kreuz-Kräfte bedeutet. Das heißt, dass im „Erstschlag“ zahlreiche weitere Aufgaben (neben Brandbekämpfung und Evakuierung des Gebäudes) auf die Feuerwehren zugekommen sind.“ so die beiden Organisatoren weiter. Annahme war schließlich ein Brandausbruch im 1. Stock des Gästehauses, wo sich ein Kaminzimmer befindet. Dadurch war in kürzester Zeit das gesamte Gästehaus und beide Stiegenhäuser verraucht.
Das auch deshalb, weil die vorgesehenen Brandabschnittstüren im Normalfall offen gestanden sind. „Es war also nur ein Vordringen mit schwerem Atemschutz möglich. Um das Gebäude auch wirklich komplett einzurauchen, waren insgesamt über 10 Nebelgeräte im Einsatz. Man sah also die Hand vor dem Mund nicht mehr.“ so die beiden Feuerwehrleute über die Rauchdarstellung. Aufgabe der eintreffenden Feuerwehren war es also, das Gebäude möglichst rasch vom Rauch zu befreien und die eingeschlossenen Personen über Schnellrettung und Drehleiter von den Balkonen und aus den Gängen und Zimmern zu befreien. Die Alarmierung erfolgte weiters kurz vor 17:00 Uhr. Eingesetzt waren dei Feuerwehren Mellau, Bezau, Bizau, Reuthe und Schnepfau sowie die Drehleiter aus Andelsbuch und das Körperschutzfahrzeug aus Bregenz.

Weiters wurde die Bergrettung Mellau als Unterstützung „alarmiert“ und die Notärztegruppe Hinterbregenzerwald und die Rot-Kreuz-Stelle Egg nahmen an der Übung teil. „„Um genügend Verletztendarsteller zu haben, wurde auch auf die Hilfe der Feuerwehrjugend, von benachbarten Bergrettungsstellen und des „Team Österreich“ zurückgegriffen – auch weil es darum ging, das Gebäude tatsächlich zu füllen und somit wirklich ein volles Hotel beüben zu können.“ so die Organisatoren weiter. Auch die Zahl der Schaulustigen und das Presseecho war enorm. So hat ein Team des ORF Vorarlberg die gesamte Übung begleitet und auch alle Tageszeitungen berichteten von dieser Katastrophenübung. Weiters waren neben den Bürgermeistern der einzelnen Gemeinden auch Sicherheitslandesrat Ing. Erich Schwärzler, Landesfeuerwehrinspektor Hubert Vetter sowie Bezirksfeuerwehrinspektor Hubert Bilger bei der Übung als Beobachter mit dabei. Diese war übrigens nicht die erste in der Art in Mellau. So hat z.B. erst vor einem Jahr eine Übung im Jugendheim „Haus Warendorf“ stattgefunden. Ziel ist es jetzt, nach dieser Übung alle Erfahrungen der letzten Zeit in einen detaillierten und aktualisierten Katastrophenplan für solche Fälle münden zu lassen.
Es ist also gewollt, Fehler und Probleme auch dieser Übung aufzuzeigen, um sie in Zukunft möglichst zu vermeiden oder entsprechende Vorsorge zu treffen. „Es geht also einfach darum, für den Ernstfall, der leider jederzeit eintreten kann – was auch erst kürzlich das tragische Ereignis in Egg gezeigt hat – bestens vorbereitet zu sein. Ein großer Dank gilt zum Schluss dem Geschäftsführer der Sonne Mellau Klaus Riezler, der sich sofort bereit erklärt hat, das Objekt zur Verfügung zu stellen sowie allen Nachbarn, die volles Verständis für diese Übung gezeigt haben. Auch möchten wir uns noch bei den zahlreichen Helferinnen und Helfern für die Mitarbeit bei der Übung bedanken.“, so die beiden Feuerwehrmänner abschließend. Mit dem Abriss des Übungsobjekts wurde übrigens 2 Tage nach der Übung begonnen.
