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Sbg: Großbrand bei Snowboard-Hersteller in Uttendorf

Uttendorf (Sbg): Ein Großbrand hat in der Nacht auf Freitag, 21.3.2008, in der Holzlagerhalle des Snowboardherstellers Keil-Nindl in Uttendorf (Pinzgau) großen Schaden angerichtet. Verletzt wurde niemand. Bei Keil werden Burton-Snowbards hergestellt.

Verpuffung in Holzspänesilo Ursache?: Eine Verpuffung im Holzspänesilo dürfte die Ursache für das Feuer sein. Brennende Teile fielen auf das Plexiglasdach der Lagerhalle, brannten sich durch den Kunststoff und entzündeten das in der Halle gelagerte Holz. Als die rund 200 Feuerwehrleute aus dem ganzen Oberpinzgau kurz nach Mitternacht auf dem Gelände des Snowboardherstellers Keil in Uttendorf eintrafen, stand die Holzlagerhalle in Flammen. Das darin gelagerte Holz, das für die Produktion der Boards sehr trocken sein muss, brannte nach Auskunft der Feuerwehrmänner wie Zunder.

Übergreifen des Feuers verhindert: Die angrenzende Halle, in der auch Chemikalien gelagert waren, war vom brennenden Gebäude zwar durch eine Brandmauer getrennt. Aber die Flammen drohten über das Dach auf die Halle überzugreifen. „Die Feuerwehr hat hier ganze Arbeit geleistet, schildert der Pinzgauer Katastrophenreferent Kurt Reiter: „Es war nämlich notwendig, den Teil der Produktionshalle vom Brand abzuschirmen, in denen die Snowboards und die Chemikalien gelagert waren.“ Die Lagerhalle wurde vorsorglich von den Feuerwehrleuten geräumt.

Halle einsturzgefährdet: „Das Feuer ist eines der größten in meiner Feuerwehrzeit“, sagt Einsatzleiter Franz Fritzenwanger, „Wir haben natürlich mit den Chemikalien Riesenprobleme gehabt. Aber durch die Vorsorge eines Sonderalarmplans, der seinerzeit von der Bezirkshauptmannschaft verordnet worden ist, war das natürlich alles im Überblick – auch durch die Übungen, die wir regelmäßig in der Firma machen. Durch die Verbrennung von Kunststoffen entsteht natürlich Blausäure – und die ist höchst giftig.“
Die Einsatzkräfte hatten das Feuer gegen 4.30 Uhr unter Kontrolle. Die Nachlöscharbeiten sind allerdings sehr schwierig, „weil durch die Brandbelastung Einsturzgefahr der Werkhalle besteht“, ergänzt Reiter, „Hier sind Stahlbetonträger so stark der Brandbelastung ausgesetzt gewesen, dass der Statiker ein Betreten der Halle noch nicht zugelassen hat.“

Millionen-Schaden vermutet: Verletzt wurde beim Brand niemand. Die Höhe des Schadens ist noch unbekannt – er dürfte aber in die Millionen Euro gehen.

Gravierende Folgen für Firma: Für seine Firma mit 154 Beschäftigten hätten die Folgen des Großbrandes gravierende Auswirkungen, sagt Geschäftsführer Johann Nindl.
Die Belegschaft des Unternehmens wird in Absprache mit dem Betriebsrat nach dem Großbrand eine Woche lang auf Betriebsurlaub geschickt. Kommende Woche soll sich dann entscheiden, was weiter geschieht.

ORF Salzburg

Bericht der Salzburger Nachrichten:
In der Nacht auf Freitag, kurz nach Mitternacht, ist in der Snowboardfabrik „Keil-Nindl GmbH&CoKG“ ein Brand ausgebrochen. Das Feuer war nach Angaben der Freiwilligen Feuerwehr in einem Sägespänesilo ausgebrochen und hatte eine Holzhalle vollständig zerastört. Mehr als 200 Feuerwehrleute aus dem Oberpinzgau waren im Einsatz. Da das Betriebsgelände als „gefahrengeneigter Betrieb“ deklariert ist, wurde für die eingesetzten Feuerwehren des Bezirkes Zell am See Alarmstufe 4 ausgerufen.
„Durch das Feuer im Sägespänesilo waren die Explosionsklappen herausgerissen worden, brennende Sägespäne und Holzbriketts wurden auf das Plexiglasdach der Halle und in die Lüftungsanlage geschleudert“, schilderte Franz Fritzenwanger, Einsatzleiter und Ortsfeuerwehrkommandant von Uttendorf.

Atemschutzgeräte wegen Blausäure: Die Flammen griffen auf die gesamte Holzlager- und Holzbearbeitungshalle über, in der sich rund 100 Paletten mit zugeschnittenen Holzteilen zur Snowboarderzeugung befanden. „Es handelt sich um großteils sehr trockenes Holz, das brennt wie Zunder. Es musste Alarmstufe vier ausgerufen werden“, berichtete der Einsatzleiter.
Da in der Halle auch halbfertige Snowboards lagen, wurde durch den brennenden Kunststoff Blausäure frei. Mit schweren Atemschutzgeräten kämpften die Feuerwehrleute von Uttendorf, Niedernsill, Stuhlfelden, Piesendorf und Mittersill gegen die Flammen an. Sie konnten ein Übergreifen des Feuers auf die angrenzende Produktionshalle mit dem darin befindlichen Lack-Lager verhindern.
Gegen 4.30 Uhr war der Brand unter Kontrolle. Um die Glutnester löschen zu können, brachten Gabelstapler und Bagger die angesengten Holzpaletten ins Freie. Die Arbeiten waren nicht ungefährlich, weil die Lagerhalle einsturzgefährdet war.

Brandursache dürfte geklärt sein: Brandursache könnte ein kleines Metallteil im Sägespänesilo gewesen sein, das bei der Absaugung zu glühen angefangen und eine Verpuffung ausgelöst hat, wird vermutet. Die Höhe des Sachschadens war vorerst nicht bekannt, er dürfte aber in die Millionen gehen.
Die Snowboardproduktion musste vorübergehend eingestellt werden. Geschäftsführer Johann Nindl kündigte für seine 154 Beschäftigten einen einwöchigen Betriebsurlaub an.

Salzburger Nachrichten

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