Oö: FF Wels -> „Müssen Firmenchefs klar machen, was sie an Feuerwehrleuten haben
Wels (Oö): Feuerwehren kämpfen tagsüber mit Personalnot. Die Männer können vom Arbeitsplatz nicht weg, um anderen helfen zu können. Nur arbeitet die Welser Wehr an einer bundesweiten Gegenstrategie mit.
„Feuerwehren brauchen ein Qualitätsmanagment“, behauptet Feuerwehrkommandant Franz Humer. „Damit Firmenchefs klar wird, was sie an Feuerwehrleuten in der Belegschaft haben.“ Sie seien teamfähiger, sie seien bereit, mehr zu leisten und Vorbilder in Sachen Sicherheit. ISO-Qualifizierung für die Feuerwehrschulen als Bildungseinrichtung für Erwachsene komplettieren den Anspruch.
Firmenchefs muss der Mehrwert durch Feuerwehrleute bewusst werden, wenn diese sich um Brandschutz und Sicherheit im Unternehmen kümmern.
Auch beim „Verkauf“ der Feuerwehrarbeit bedürfe es einer Änderung der Sichtweise. „Wenn wir von jährlich mehr als 2000 Einsätzen sprechen, wird jeder Firmenchef sagen: Mir kommt kein freiwilliger Feuerwehrmann ins Unternehmen, der muss ja ständig ausrücken.“ Tatsächlich würden in Wels im langjährigen Schnitt die Helfer ein Mal pro Woche alarmiert werden. Den Großteil der Arbeit erledigen vom Magistrat bezahlte Feuerwehrmitglieder.
550 Einsätze durch Kyrill: Humer glaubt, dass sich „Feuerwehren noch mehr zu Katastrophen-Helfern entwickeln müssen“. Sturm Kyrill bescherte den Helfern im Jänner 2007 mehr als 550 Einsätze. Nun befasse sich die EU bereits mit dem Thema „überörtliche Hilfe“. „Wenn eine Naturkatastrophe das Burgenland heimsucht, kommen wir zu Hilfe – und umgekehrt genau so. Das gilt auch für die EU. Ein Mann unserer Wehr war im Vorjahr beim Waldbrandeinsatz in Griechenland.“
2007 leisteten die 150 freiwilligen Helfer 2612 Einsätze: Das ist neuer Rekord in der 145-jährigen Geschichte.
