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Italien: Müllkrise Neapel -> Aufgebrachte Anwohner greifen Feuerwehr an

Italien: In Italiens Müll-Krise ist es erneut zu Ausschreitungen gekommen: Sieben Feuerwehrmänner wurden zum Ziel der Aggressionen der Bevölkerung. Und die Lösungsversuche der Regierung werden bereits in Zweifel gezogen.

Die gewaltsamen Auseinandersetzungen in der italienischen Müll-Krise zwischen Demonstranten und Ordnungskräften haben sich am Mittwoch fortgesetzt. Am Abend des 9. Jänner 2008 wurden in der Nähe von Neapel sieben Feuerwehrmänner verletzt, wie ein Fotograf berichtete. Wütende Demonstranten hätten in dem Ort Pozzuoli Feuerwerkskörper und Steine in das Innere des Feuerwehrfahrzeugs geworfen.
Einige Demonstranten schmissen demnach sogar Steine auf am Boden liegende Feuerwehrmänner. Die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete unterdessen, dass ein Polizeiauto von vermummten Demonstranten angegriffen worden sei.

Pozzuoli liegt in der Nähe der Mülldeponie in Neapels Vorort Pianura. Die Deponie war vor elf Jahren wegen Gesundheitsgefahren geschlossen worden, wurde aber inzwischen wieder in Betrieb genommen. Die Bewohner des Viertels wehren sich gegen die Anlage, da sie Schäden für ihre Gesundheit befürchten. In den vergangenen Tagen lieferten sich Anwohner und Polizisten immer wieder gewaltsame Auseinandersetzungen.

Neapel und die gesamte Region leiden seit mehr als einem Jahrzehnt unter einem Entsorgungsproblem. Deponien und Recyclehöfe sind chronisch überlastet; außerdem wurden von der örtlichen Mafia betriebene Müllhalden geschlossen. Ministerpräsident Romano Prodi hatte am Dienstag angekündigt, die Armee zur Bewältigung des Müll-Notstands einzusetzen.

Süddeutsche Zeitung

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