Stmk: Feuerwehrbilanz 2007 -> „Hochhausparagraf“: „Kalt abserviert worden“
Steiermark: Die steirische Feuerwehr hat am Mittwoch, dem 9. Jänner 2008, Bilanz über das vergangene Jahr gezogen: Insgesamt mussten die Feuerwehren fast 44.000 Mal ausrücken. Ein Dauerbrenner bleibt aber Hochhaus-Brandschutz.
Es sei ein Rückschritt in die Steinzeit des Brandschutzes, dass der so genannte „Hochhausparagraf“ aus dem Baugesetz gestrichen wurde. Dass auch andere Länder den Hochhaus-Brandschutz nicht so streng regeln, sei kein Argument, sagt Otto Widetschek vom Landesfeuerwehrverband in Richtung ÖVP.
„Einer muss ja gescheiter sein. Wir haben jetzt am 1. Jänner einen Brand in Graz gehabt, der beinahe eine Katastrophe war: Wo eine Wohnung im siebenten Stock eines Hochhauses ausgebrannt ist, wo die Menschen geweint haben und bereits springen wollten. Genau das ist so ein Hochhaus, das von dieser Umrüstung betroffen gewesen wäre. Es ist unglaublich, dass man so eine schlechte Novelle gemacht hat“, so Widetschek.
Einsatzkräfte verunsichert:ÖVP, KPÖ und Grüne hätten nicht nur die Bürger völlig verunsichert, sondern auch die Einsatzkräfte, sagt Widetschek: „Wir wissen nämlich nicht mehr, welchen Sicherheitsstandard ein Hochhaus hat“.
Zum Vorschlag der SPÖ, den Brandschutz in Hochhäusern mit Hilfe von Mitteln aus der Wohnbauförderung zu verbessern, heißt es von der Feuerwehr: Jedes Modell sei in Ordnung – Hauptsache, die Hochhäuser werden sicherer.
Fast 8.000 Brände: Die 775 steirischen Feuerwehren mussten 2007 zu insgesamt 43.741 Einsätzen ausrücken – davon 7.992 Brände (plus 200 gegenüber 2006) und 35.749 technische Hilfeleistungen (plus 2.300 gegenüber 2006).
Der Anstieg der Einsätze entspricht einer Zuwachsrate von rund sechs Prozent, wobei als Ursache für die vermehrten Brandeinsätze vor allem Wald- und Flurbrände genannt wurden. Bei den Hilfeleistungen seien vor allem mehr Straßen- und Kanalreinigungen zu leisten gewesen, so Landesfeuerwehrkommandant Albert Kern.
Über 1.700 Menschen gerettet: In rund 5,83 Mio. Einsatzstunden konnten 1.723 Menschen aus Zwangslagen und Sachwerte von rund 175 Mio. Euro gerettet werden.
Große Pläne für 2008: Für das Jahr 2008 hat die Feuerwehr große Pläne: Für den im Frühjahr beginnenden Bau der Landesalarmzentrale „Florian Steiermark“ in Lebring werden seitens des Landes Steiermark rund 600.000 Euro für bauliche Maßnahmen aus dem Budget 2008 zur Verfügung gestellt. Noch beschlossen werden müssen rund 4,5 Mio. Euro, die in den kommenden Jahren in die technische Aufrüstung der Zentrale fließen sollen.
„Schneller und effizienter“: Was die neue Leitzentrale bringen soll, erläutert Kern: „Die Feuerwehr ist schneller und effizienter vor Ort, das heißt, sie wird gezielter alarmiert, und wir können bereits bei der Alarmierung entsprechende Maßnahmen in die Wege leiten“.
Baubeginn ist im Frühjahr, Mitte 2009 soll „Florian Steiermark“ fertig sein. Innerhalb von zehn Jahren sollen dann alle steirischen Bezirke in das neue Leitsystem eingebunden sein.
„Wohnbauförderung für Brandschutz -> Hochhäuser wieder Thema!“ (Artikel vom 9.1.2008 auf Fire-World)
