Wien: Feuer-Marathon bei der BF Wien in der Silvesternacht 2007/2008
Wien: Für die Kräfte der Berufsfeuerwehr Wien gestaltete sich der Jahreswechsel ins Jahr 2008 brandheiß. Ein Feuer jagte beinahe das nächste. Mehrfach mussten Personen evakuiert werden, mehrfach waren Feuerwerkskörper Auslöser!
Kellerbrand in der Fernkorngasse: Um 17.36 Uhr erfolgte am 31. Dezember 2007 die Alarmierung der Berufsfeuerwehr Wien zu einem Kellerbrand in der Fernkorngasse im 10. Bezirk. Aus nicht genau feststellbarer Ursache, möglicherweise durcheinen durchs Kellerfenster geworfenen Knallkörper (die Brandspuren im Kellerabteil weisen darauf hin) war es zu einem Brand des Kellerabteils 12 gekommen. Der Anzeiger, der nicht auf der betroffenen Stiege wohnt und der die Hausbewohner gewarnt hatte, wurde bei unserer Ankunft bereits vom Rettungsdienst betreut (Verdacht auf Rauchgasvergiftung). Vom RLF/R wurde der Brand mittels 1 Rohr unter Atemschutz gelöscht. Das l.RLF/M kontrollierte die gesamte Stiege 7 und führte Lüftungsmaßnahmen durch, die durch den Hochleistungslüfter der DL unterstützt wurden. Im Stiegenhaus wurde nur eine leichte Verrauchung festgestellt. Bei den kontrollierten Whg. wurde lediglich in der Whg. EG/1 eine geringfügige Verrauchung festgestellt und die Wohnung durch Öffnen der Fenster gelüftet. Die angrenzende Stiege, die ebenfalls in Verbindung mit dem Keller steht, wurde ebenfalls kontrolliert und gelüftet, da eine geringfügige Verrauchung festgestellt wurde. Durch den Brand war auch die durch das Kellerabteil laufende Hauptstromleitung beschädigt worden. Von dem verständigten Störtrupp der Wienstrom wurde aus diesem Grund die Sicherungen der Hauptzuleitung abgehoben. Da durch das Abheben der Sicherungen die gesamte Stiege stromlos ist, einige der Hausbewohner mit Strom heizen und aufgrund der Schwere des Schadens dieser aller Voraussicht nach heute nicht mehr behoben werden kann, wurde zur Betreuung der anwesenden Bewohner das Büro für Sofortmaßnahmen verständigt, welches ebenfalls von den Hausbewohnern abgewartet wird. Aufgrund der Eisbildung durch ausgetretenes Löschwasser wurde die MA-48 zwecks Streuung im Bereich der Stiege 6 und 7 angefordert. Einsatzende: 19.02 Uhr.
Brand eines Flüssiggasofens: Aus nicht feststellbarer Ursache war es im Bereich eines Flüssiggasofens in einem Kabinett einer Wohnung in der Eslarngasse (3. Bezirk) zu einem Band gekommen. Dieser wurde mit 2 Rohren unter Atemschutz gelöscht. Die erhitzte Gasflasche wurde aus der Wohnung geborgen, gekühlt und auf der Straße kontrolliert entleert. Die Entrauchung erfolgte mit einem Hochleistungslüfter. Die Gaszufuhr zur Wohnung wurde beim Zähler gesperrt und der Störtrupp Wien Energie Gas angefordert. Einsatzzeit: 22.03 Uhr bis 23.15 Uhr.
Gerümpelbrand durch Feuerwerkskörper: Vermutlich Aufgrund von Feuerwerkskörpern war es gegen 23.50 Uhr des 31. Dezember 2007 in der Arnethgasse im 16. Bezirk zu einem Brand von Gerümpel im Balkon-Blumentrog im 2. Stock gekommen. Bereits bei unserer Ankunft hatten Wohnparteien den Entstehungsbrand mittels Pulverlöscher bis auf Glutnester abgelöscht. Mittels einem Rohr unter Atemschutz wurde über die DL/H vom RLFl/H Nachlöscharbeiten durchgeführt. Das Brandgut wurde im erforderlichen Ausmaß entfernt und im Gehsteigbereich vor dem Objekt abgelegt. Der Wohnungsinhaber wurde zwecks Verdacht und Kontrolle betreffend einer Rauchgasvergiftung dem Rettungsdienst übergeben. Die über der Brandstelle liegende Wohnung wurde kontrolliert, keine Verrauchung festgestellt. Einsatzzeit: 23.52 Uhr bis 00.38 Uhr.
Zimmerbrand mit Personenrettung in der Goldschlagstraße: Aus unbekannter Ursache kam es in einer Wohnung im 1. Stock in de Goldschlagstraße, 14. Bezirk, zu einen Zimmerbrand. Der Brand wurde in der Erstphase vom RLF Penzing mittels einem Rohr im Außenangriff über eine Kombileiter und gewaltsamem Öffnen der Fenster im Innenbereich bekämpft. Nach Eintreffen der Kräfte Liesing wurde das Stiegenhaus vom ULF/Liesing begangen und die Mieter der verrauchten Wohnungen mit Fluchtfiltermasken ins Freie geleitet und an den Rettungsdienst übergeben. Von der DL/Liesing wurde der Hochleistungsringlüfter in Stellung gebracht und das Stiegenhaus belüftet. Das l.RLF/Mariahilf unterstützte die Evakuierung des Stiegenhauses. Aufgrund der starken Verrauchung mussten mehrere Wohnungen gewaltsam geöffnet werden. Vom ULF/Liesing wurde ein 2. Rohr im Innenangriff im ersten Stock vorgetragen. Die Kontrolle der geöffneten Wohnungen zeigte mäßige Verrauchung. Diese wurden durch Öffnen der Fenster belüftet. Von der Feuerwehr wurden neun Personen mittels Fluchtfiltermasken aus dem Haus evakuiert. Einsatzzeit: 22.46 Uhr bis 01.13 Uhr.
Zimmerbrand mit Personenrettungen durch Feuerwerkskörper: 23.56 Uhr des 31. Dezember 2007: Zimmerbrandalarm im 1. Bezirk in der Dominikanerbastei. Laut Aussage eines Zeugen war es vermutlich in Folge eines Feuerwerkskörpers zu einem offenen Vollbrand der Wohnung 2 im 1. 0bergeschoß gekommen. Der Brand wurde mit einem Rohr im Außenangriff und einem Rohr im Innenangriff bekämpft. Durch den Flammenüberschlag war das über der Brandwohnung gelegene Fenster der Wohnung 4 zersprungen, ein Übergreifen des Brandes in die Wohnung konnte jedoch verhindert werden. Im Zuge des Einsatzes wurden Ca. 20 Personen mittels Fluchtfiltermasken evakuiert und an den Rettungsdienst übergeben, ein Teil der Menschenrettung erfolgte über die Drehleiter Zentrale. Besonders betroffen war eine Wohnung im Dachgeschoß, aus der ca. 10 Personen, darunter ein Baby, aufgrund der starken Verrauchung mit Fluchtfiltermasken evakuiert wurden. Die Entrauchung erfolgte durch den motorbetriebenen Lüfter der Drehleiter Zentrale. Die Brandwohnung war zum Zeitpunkt des Brandausbruches nicht besetzt, es wurden lediglich 2 Katzen geborgen, wobei eine bereits tot war. Einige Personen erlitten Rauchgasvergiftungen. Zur Unterbringung der evakuierten Personen wurde ein Bus der Wiener Linien angefordert. Einsatzende: 02.22 Uhr.
Balkonbrand durch Feuerwerkskörper: Feueralarm um 00.24 Uhr des 1. Jänner 2008 in der Bernoullistraße im 22. Bezirk. Infolge eines brennenden Feuerwerkskörper waren die Lagerungen am Balkon einer Wohnung in Brand geraten. In weiterer Folge gerieten Isolierplatten in Brand und entzündeten den Dachsaum. Der Brand wurde mit 1 Rohr welches über die Drehleiter Donaustadt Arbeitskorb unter Atemschutz vorgenommen war gelöscht. Im Zuge der Untersuchung wurde ein Fenster am Balkon eingeschlagen, sodass in die Wohnung eingestiegen werden konnte. In der Wohnung wurde niemand vorgefunden. Mittels Mauerschereisen wurde die Wärmeisolierung im Bereich der Brandstelle entfernt und der Dachbrand von außen gelöscht. Um den Zugang zum Dachbodenraum beziehungsweise der Dachfläche zu ermöglichen wurden 2 Vorhängeschlösser gewaltsam geöffnet. Einsatzende: 02.10 Uhr.
Gebäudebrand durch Feuerwerkskörper: Infolge eines brennenden Feuerwerkskörpers war das im Freien gelegene Holzlager (ca. sieben Kubikmeter) im Dotterblumenweg, 22. Bezirk, in Vollbrand geraten. Der Brand griff auf das nebenstehende Haus über, sodass dieses bei Ankunft der Berufsfeuerwehr im rückwärtigen Trakt in Vollbrand stand. Der Brand wurde mit vier Rohren unter Atemschutz gelöscht. Die Holzkonstruktionen im Innenbereich sowie im Bereich der Dächer wurden teilweise mit Motorkettensäge und Rettungssäge geöffnet, um Glutnester zu löschen. Den Keller kontrolliert und keine weitere Gefährdung festgestellt. Das Haus wurde mittels Hochleistungslüfter der DL/Do belüftet. Eine Nachkontrolle der Einsatzstelle erfolgte um 11.30 Uhr. Kerneinsatzzeit: 04.01 Uhr bis 09.17 Uhr.
Jahresbilanz 2007:
Im letzten Jahr 2007 hatte die Feuerwehr der Stadt Wien 35.680 Einsätze zu verzeichnen.
