Oö: Übungsunfall -> Anklage lässt die Feuerwehren im ganzen Land zittern
Oberösterreich: Oberösterreichs Löscher blicken mit Bangen ins neue Jahr 2008. Seit ein Feuerwehrkamerad nach einem Übungsunfall angeklagt worden ist, herrscht große Unruhe im Land.
Am 26. Juli vorigen Jahres (2006) – Land&Leute berichtete exklusiv – hat alles angefangen. Damals stürzten zwei Innviertler Feuerwehrmänner bei einer Rettungsübung aus einer Höhe von etwa zehn Metern ab. Einer kam relativ glimpflich davon, der andere brach sich beide Fersenbeine.
Der Unfall ereignete sich mit einer Seilrutsche. Geübt wurde die Personenbergung. Am Seil hing neben dem späteren Schwerverletzten ein Kamerad, der geprüfter Höhenretter ist. Letzteren klagte die Staatsanwaltschaft Ried an. Offenbar geht sie von einem Bedienungsfehler aus.
Der erfahrene Feuerwehrmann weist den Vorwurf jedoch zurück. Er habe die Seilrutsche schon mindestens zehn Mal bedient, und immer habe alles wie am Schnürchen funktioniert, sagt er im Rieder Bezirksgericht. Er sei sich keiner Schuld bewusst, erklären könne er sich den fatalen Unfall aber auch nicht. „Ich habe alles getan, um den Absturz zu verhindern. Der Bremshebel hat nicht funktioniert.“ Sogar mit den Händen habe er zu bremsen versucht. Der Beweis seien zwei völlig zerfetzte Handschuhe.
Unter den Zuhörern befinden sich Führungskräfte des Feuerwehr-Landes-, des Abschnitts- und des Stadtkommandos. Sie alle bangen und zittern mit dem beschuldigten Löscher mit. Eine Verurteilung – verteidigt wird der Angeklagte vom Rieder Anwalt Peter Vogl – würde nach Meinung der Feuerwehrspitze „einer Katastrophe“ gleichkommen: „Die Motivation bei Übungen und die Freiwilligkeit kämen ins Wanken.“
Technische Mängel am Einsatzgerät hat ein Gutachter bereits ausgeschlossen. Allerdings kam es schon einmal zu einem Unfall mit einer Seilrutsche. Damals erwischte es ein Mitglied der Elite-Polizeieinheit „Cobra“. Die Unfallursache ist bis heute ungeklärt.
Entsetzte Kameraden: Das Hauptopfer des Feuerwehr-Übungsunfalls hat auch keine Erklärung. „Wir haben uns aus etwa 40 Metern abgeseilt. Fünfzehn Meter vor dem Boden wurde gestoppt. Bis dahin war alles normal. Als es wieder weiterging, wurden wir plötzlich rasend schnell. Kameraden riefen uns ,Bremsen, bremsen!‘ zu, mein Kollege am Seil reagierte mit einem verzweifelten ,Geht nicht!'“
Der aufsehenerregende Prozess wird im nächsten Jahr fortgesetzt.
Und so ging es aus (Bericht auf Fire-Wolrld)
