Oö: „Kommandanten belügt man nicht“ -> Neuhofner Feuerwehrchef kündigt
Neuhofen/Krems (Oö): Mit einem Knalleffekt tritt Neuhofens Feuerwehrkommandant Franz Aumair zurück. „Einen Kommandanten belügt man nicht“, verkündete er bei der Hauptversammlung. Gemeint ist Ortschef Günter Engertsberger (SP), mit dem Aumair nicht mehr zusammenarbeiten will.
Geplatzte Versprechungen und nicht eingehaltene Termine des Neuhofner Bürgermeisters sind laut Franz Aumair Hintergrund seines Rücktritts als Kommandant der örtlichen freiwilligen Feuerwehr. Bei der Hauptversammlung vergangenen Freitag – 24. November 2007 – machte Aumair seinem Ärger Luft und kündigte nach 25 Jahren Amtszeit seinen Posten vor den versammelten Gemeindevorständen. Mit einem Beamer projizierte er zum Abschluss der Veranstaltung den Satz „Einen Kommandanten belügt man nicht“ an die Wand. „Mir hat es gereicht, dass der Bürgermeister von ausgemachten Terminen plötzlich nichts mehr wusste und mich immer mit Ausreden abspeiste. Wie soll ich jemandem vertrauen, der nicht die Wahrheit sagt?“, erklärt Franz Aumair. Der attackierte Bürgermeister ist von der Kündigung und den Vorwürfen überrascht. „Wir hatten immer ein super Verhältnis, ich weiß nicht, was er mit seiner Beschuldigung meint“, sagt Ortschef Günter Engertsberger.
Noch im Mai dieses Jahres verlieh Engertsberger dem Feuerwehrkommandanten, der rund 600 Stunden im Jahr im Einsatz ist, das goldene Ehrenzeichen der Gemeinde.
Kein Nachfolger in Sicht: Mit einem Gespräch am 3. Dezember will Engertsberger die Situation klären und den Problemen auf den Grund gehen. Doch für Franz Aumair ist der Abschied zum Jahreswechsel fix. „Ich werde nicht weiter machen. Es wird sicher schwer, einen Nachfolger zu finden“, sagt der scheidende Kommandant. Bereits seit zwei Monaten ist der Wahlausschuss der Freiwilligen Feuerwehr auf Nachfolgersuche. Bisher erfolglos.
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