Fettbrand – Das brennende Fett aus Sicht des Zivilisten
Einen interessanten Brief von Herrn M. (Name der Redaktion bekannt) erhielt die Fire-Wold-Redaktion Mitte November 2007. Diesen möchten wir den Lesern nicht vorenthalten, beschreibt er doch das Thema „Fettbrand“ ausgezeichnet aus der zivilen Sicht!
Werte Fire-World-Redaktion!
Ich erlaube mir die Feuerwehren in Österreich aus ehrlicher Überzeugung zu loben. War über viele Jahre erster auf der Spenderliste mit mehrmals 1000 guter alter Schillinge in meiner Heimatgemeinde. Die alten Kommandanten grüßen mich immer noch sehr freundlich mit dem Hinweis auf die gute alte Zeit.
Zum Artikel: Hände weg vom Wasser – wichtiger Hinweis vom Fachmann!
Die Deckel-Brandbekämpfung ist möglicherweise für ausgebildete, mutige Feuerwehrleute möglich, sicher nicht für Jugendliche egal welches Geschlecht und schon gar nicht für ältere Senioren und Behinderte. Die leicht brennbare Viskosedecke, die ein jeder griffbereit in der Küche hängen hat, die beim darüber werfen die Fettpfanne vom Herd reißt, dass kann doch nicht ernst gemeint sein. Die gleiche gefährliche Situation könnte man auch mit einer Löschdecke schaffen. Wie die in Hektik befindlichen Personen, insbesondere dann, wenn auch schon der Dunstabzug brennt, Ruhe bewaren sollen, eine Decke suchen, diese ausbreiten und mit Ruhe über die Flammen legen sollen, wer soll das glauben?
Ja wie mach ich das mit dem Deckel und der Decke mit dem brennenden Dunstabzug, aja ich hab’ ja eh einen 6 kg Pulverlöscher in der Küche hängen, hoffentlich ist die Oma oder die Enkelin noch so stark zum runter heben, geschafft.
Alles durchgelesen, Gott sei Dank, er funktioniert, ausgelöst, 12 Sekunden Staubentwicklung, alle Husten, keiner sieht was aber das Feuer ist gelöscht, mit viel Glück wie der Feuerwehrmann weiß. Hoffentlich kommt nicht zuviel Sauerstoff durch den Dunstabzug oder durchs Fenster öffnen, dass macht die Oma oder die Enkelin ganz sicher, vielleicht könnte es da zu einer Rückzündung kommen?
Oje, der nächste Schock, der Kanari liegt tot im Vogelhäuschen, erstickt? Der 12-jährige Dackel liegt auch ungewöhnlich ruhig, hatte er doch eben noch so aufgeregt gebellt, aber 12-Jahre, sehr sehr traurig.
Wer bring jetzt diesen ungesunden Staub aus der Lunge meiner Enkelin, denkt sich die Oma, ihrer eigenen Lunge wird das ja nix mehr ausmachen, oder doch? Da muss sie den Lungenarzt Fragen. Dieses feine Pulver, das kommt doch überall hin, erstickt doch fast jedes Feuer aber auch so manches schwache Leben. vielleicht auch erst etwas später, wer weiß das schon so genau.
Wie bring ich das aus der Wohnung wieder raus, ist das Sondermüll, wird mein Fernseher das aushalten, meine anderen elektrischen Geräte, was dass alles wieder kosten wird, wer soll das bezahlen?
Vielleicht sollte man sich endlich für einen verpflichteten Einbau von Rauchmelder und Feuerlöscher in jede Wohnung einsetzen und nicht mit gefährlichen Löschtipps als Fachmann auftreten.
Ergänzung von Herrn M.: Erst ein Fettbrand im Jahr 2003 in der Wohnung meiner 87-jährigen Mutter hatte mich veranlasst, über dieses Thema nachzudenken, wobei ich zugeben muss, dass ich zu diesem Zeitpunkt weder mit Rauchmelder noch Feuerlöscher im eigenen Wohnbereich vorgesorgt hatte. Fazit, ich war auch einer von jenen, der mangels Information oder gesetzlicher Verordnung als
Unwissender, sich selbst, seine Familie und andere Hausbewohner den Gefahren eines Wohnungsbrandes
ausgesetzt hat!
Ergänzung der Fire-World-Redaktion: Herr M. hat der Veröffentlichung seines Schriftverkehrs mit Fire-World natürlich zugestimmt.
