Wien: Dramatischer Wohnungsvollbrand – 8 Personenrettungen durch Feuerwehr

Wien: In einer Wohnung im Mittersteig, 4. Bezirk, war es am Nachmittag des 18. November 2007 (Alarmzeit für die Berufsfeuerwehr Wien: 15.25 Uhr) zu einem Brand gekommen, der sich bis zum Eintreffen der Feuerwehr zu einem Vollbrand aller Räumlichkeiten …
… mit Flammenaustritt aus den straßenseitigen Fenstern und aus der durchgebrannten Türe ins Stiegenhaus, entwickelt hatte. Noch vor Ankunft der Einsatzkräfte hatte ein zufällig an dem Wohnhaus vorbeifahrender Moderator den Brand von der Straße aus entdeckt, war in das Haus gelaufen und hatte lautstark an die Wohnungstüre geklopft, worauf der Wohnungsinhaber aufwachte und sich noch aus der bereits stark verrauchten Wohnung retten konnte. Er erlitt jedoch eine schwere Rauchgasvergiftung und wurde dem Rettungsdienst übergeben.

Durch den intensiven Flammenaustritt ins Stiegenhaus, verbunden mit der starken Verqualmung desselben, war allen Hausbewohnern des zweiten, dritten, vierten und fünften Stockwerks sowie der Wohnungen des DG der Fluchtweg abgeschnitten. Teilweise riefen die Bewohner an den straßenseitigen Fenstern der Häuserfront Klagbaumgasse um Hilfe. Parallel mit der Vornahme einer Löschleitung im Innenangriff unter Atemschutz sowie einer zweiten Löschleitung über die Drehleiter im Außenangriff wurde auf Alarmstufe 2 erhöht. Von einer Löschgruppe wurde mit der Menschenrettung über das Stiegenhaus unter Atemschutz begonnen.

Da anfänglich durch den Flammenaustritt ein Betreten des Stiegenhauses und somit die Menschenrettung über die Treppe ab dem zweiten Obergeschoss nicht möglich war, wurde die Brandbekämpfung über die Drehleiter abgebrochen und die Menschenrettung von außen mittels Drehleiter über der straßenseitigen Fenster durchgeführt.
Erst nach dem Zurückdrängen des Brandes in die Wohnung konnte die weitere Menschenrettung über das Stiegenhaus durchgeführt werden. Die erstankommenden Kräfte der Hauptfeuerwache „Favoriten“ wurden nach dem Eintreffen der zweiten Löschbereitschaft „Zentrale“ bei der Brandbekämpfung und der Menschenrettung über eine zweite Drehleiter unterstützt. Alle Wohnungen dem zweiten bis fünften Geschoss sowie dem Dachgeschoss wurden entweder durch gewaltsames Öffnen der Türe oder durch Einschlagen eines straßenseitigen Fenster begangen und kontrolliert.

Insgesamt wurden 8 Personen mittels Fluchfiltermasken gerettet und an den Katastrophenzug der Wiener Rettung übergeben. Parallel mit der Brandbekämpfung wurde der am Gang befindliche Gaszahlerhahn einer Wohnung geschlossen. Vom angeforderten Störtrupp der Wiengas wurde die Gaszufuhr der Brandwohnung endgültig gesperrt. Die Brandrauchentlüftung des Stiegenhauses und der Brandwohnung erfolgte durch Einsatz eines Hochleistungslüfters. Durch den umfassenden Löschangriff konnte die Intensität des Brandes rasch gebrochen und der Brand bis auf etliche Glutnester gelöscht werden. Aufgrund der erheblichen Brandlast in der Wohnung waren umfangreiche Ausräum- und Nachlöscharbeiten erforderlich. Die gesamte Wohnung wurde mittels Wärmebildkarnera hinsichtlich versteckter Glutnester untersucht. Teilweise musste die Deckenuntersicht in der Brandwohnung geöffnet werden, um die darunterliegende Tramdecke untersuchen zu können.

Vom angeforderten Störtrupp Wienstrom wurde das Stiegenhaus und die Brandwohnung selbst spannungsfrei geschalten. Die unter der Brandwohnung befindliche Wohnung wurde nach Eintreffen der WI kontrolliert und aufgrund des durch die Decke dringenden Löschwassers die zugehörige E-Sicherung abgehoben. Die im Zuge des Einsatzes gewaltsam geöffneten Türen und Fenster wurden sperrbar gerichtet bzw. provisorisch mittels Klebefolie verschlossen. Die Straßenzüge um den Mittersteig waren für rund zwei Stunden gesperrt.
Nach mehr als fünf Stunden Einsatzzeit war der Einsatz für die Feuerwehr um 20.40 Uhr beendet.
