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Schweiz: Dachstuhl eingestürzt – Berufsfeuerwehrmann starb bei Großbrand

Zürich (Schweiz): Ein Toter und fünf Verletzte: Das ist die tragische Bilanz eines Großbrandes in der Nacht auf den 15. November 2007 im historischen Zunfthaus zur Zimmerleuten in der Zürcher Altstadt. Die Opfer sind Feuerwehrleute, die zum Teil vom einstürzenden Dachstock begraben wurden.

Den Brandalarm in dem Mitte des 14. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnten Gebäude am Zürcher Limmatquai wurde am Mittwochabend, 14. November 2007, um 23.30 Uhr durch einen Brandmelder ausgelöst, wie die Stadtpolizei mitteilte. Beim Eintreffen der städtischen Berufsfeuerwehr stand der Dachstock bereits im Vollbrand. Im Restaurant des Zunfthauses hielt sich offenbar niemand auf.

Übergreifen des Brandes verhindert:´Die Berufsfeuerwehr, das Pikett Glattal und zwei Milizkompanien der Pflichtfeuerwehr konnten verhindern, dass die Flammen von der lichterloh brennenden Holzkonstruktion auf andere, teils direkt ans Brandobjekt angrenzende Altstadtgebäude übergriffen, etwa auf das benachbarte Zunfthaus zum Rüden. «Es war sehr schwierig, das Feuer einzugrenzen», sagte Stadtpolizei-Sprecher Marco Cortesi vor Journalisten. Bis auf eine ältere Frau mussten im umliegenden Niederdorf keine Personen evakuiert werden.

Dachstock unerwartet eingestürzt: Gegen ein Uhr morgens stürzte der Dachstock plötzlich und laut Cortesi für die Feuerwehr unerwartet ein. Im dritten Stock und um das Brandobjekt wurden mehrere Feuerwehrleute von herunterstürzenden Teilen des Dachstocks getroffen und teilweise verschüttet.
Für einen 44-jährigen Unteroffizier der Berufsfeuerwehr, der sich offenbar im dritten Stock aufgehalten hatte, gab es keine Rettung mehr. Er erlag noch auf dem Brandplatz seinen Verletzungen. Vier Milizfeuerwehrleute im Alter von 23 bis 43 Jahren sowie ein 61-jähriger Berufsfeuerwehrmann mussten ins Spital gebracht werden. Zwei von ihnen hatten Knochenbrüche erlitten, zwei weitere Rauchgasvergiftungen. Der 61-Jährige wurde an Armen und Händen leicht verletzt. Insgesamt standen rund 100 Rettungskräfte im Einsatz.
Zur Brandursache und zur Schadenhöhe lagen vorerst keine Angaben vor. Die Stadtpolizei Zürich wollte am Nachmittag an einer Medienkonferenz weiter informieren. Am Donnerstag um 10 Uhr stand die Feuerwehr weiterhin im Einsatz, und aus den Trümmern stieg Rauch auf. Das Limmatquai blieb bis auf weiteres gesperrt, auch für Fussgänger. Die Tramlinien 4 und 15 waren weiterhin unterbrochen.

Immenser Schaden: Der Schaden dürfte immens sein. Das Zunfthaus zur Zimmerleuten ist eines der prunkvollsten historischen Gebäude der Stadt Zürich. Laut Angaben der Zunft, der das Haus seit 1459 gehört, wurde es erstmals in der Mitte des 14. Jahrhunderts erwähnt. Bis 1580 stand es unmittelbar an der Limmat. Der erste Stock wurde in jüngerer Zeit als Restaurant genutzt. Im zweiten Geschoss war der prunkvolle Zunftsaal aus dem Jahre 1708. Das Haus hat seit Ende des 18. Jahrhunderts sein heutiges Aussehen.
«Wir haben ein Stück Heimat verloren»

Die Restaurantbetreiber des abgebrannten Zunfthauses zeigten sich am Donnerstagmorgen geschockt. Aussagen darüber, ob Restaurant und Zunfthaus noch einmal hergerichtet werden, können, seien noch verfrüht. «Wir haben ein Stück Heimat verloren», sagte Roland Ottiger, Leiter Sales & Marketing bei Kramer Gastronomie, auf Anfrage der SDA. Das Unternehmen war zuständig für das Restaurant im Zunfthaus. «Wir sind bestürzt und betroffen.» Der Verlust eines derart schönen und traditionsreichen Zunfthauses stimme traurig.

Neue Züricher Zeitung
Bilder vom Einsatz

Bericht – Der Tagesanzeiger
Zürcher Zunfthaus abgebrannt – ein Toter
Bei einem Großbrand in der Zürcher Innenstadt ist in der Nacht auf den 15. November 2007 ein Feuerwehrmann gestorben. Weitere fünf Männer wurden verletzt. Das historische Zunfthaus zur Zimmerleuten brannte vollständig aus.

Die Männer wurden von herabstürzenden Teilen getroffen, als der Dachstock unerwartet einbrach, teilte die Zürcher Stadtpolizei an einer frühmorgens einberufenen Medienkonferenz mit. Ein 44-Jähriger sei so schwer verletzt worden, dass er noch auf der Unfallstelle starb.

Feuer am Morgen noch nicht gelöscht: Ein 61-jähriger Feuerwehrmann erlitt leichtere Verletzungen an Armen und Händen. Zwei Rettungskräfte erlitten Knochenbrüche, zwei weitere mussten mit Rauchvergiftungen ins Spital eingeliefert werden. Noch am frühen Morgen war der Brand am Limmatquai nicht gelöscht. Im hinteren Teil des Zunfthauses stiegen immer noch hohe Flammen auf, berichtete ein Korrespondent der Nachrichtenagentur SDA. Stickiger Rauch zog Richtung Grossmünster ab, auch die Gassen der Innenstadt waren voller Rauch.

«Katastrophe verhindern können»: Der Brand brach laut Polizei kurz nach 23.30 Uhr aus. Als die Feuerwehr eintraf, brannte der Dachstock bereits lichterloh. Auch der Rittersaal im 2. Stock des Hauses wurde Opfer der Flammen.
Der Dachstockeinsturz ereignete sich um 1 Uhr. Im dritten Stock und um das Brandobjekt wurden mehrere Feuerwehrleute von herunterstürzenden Teilen getroffen und teilweise verschüttet. «Es sind teils sehr große Balken herabgestürzt», sagte Polizeisprecher Marco Cortesi.
Die Feuerwehr konnte erreichen, dass das Feuer nicht auf die umliegenden Gebäude übergriff. «Damit haben wir eine Katastrophe verhindern können», sagte Cortesi gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Bis auf eine ältere Frau mussten im umliegenden Niederdorf keine Personen evakuiert werden.

100 Rettungskräfte im Einsatz: Bei den Löscharbeiten waren laut Polizei rund 100 Rettungskräfte im Einsatz. Über die Ursache des Brandes konnte die Polizei zunächst nichts sagen. Die Schadenssumme dürfte laut Cortesi sicher eine Million Franken übersteigen, da es sich um ein historisches Gebäude handle.

Tagesanzeiger (Schweiz)

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