Deutschland: Riesengerüst stürzte ein – 3 Menschen in den Tod gestürzt
Deutschland: Der Einsturz eines 100 Meter hohen Gerüsts auf einer Riesenbaustelle in Deutschland hat am Donnerstag, dem 25. Oktober 2007, drei Todesopfer gefordert.
Die Arbeiter stürzten aus mehr als 100 Meter Höhe in den Tod, als sich mehrere Stahlträger für ein Kohlekraftwerk lösten. Sechs weitere wurden verletzt, einer wird noch vermisst. Hunderte Rettungskräfte waren auf der größten Baustelle Europas im Einsatz.
Katastrophenalarm ausgelöst: Bei einem Unfall auf einer Großbaustelle in Nordrhein-Westfalen sind am Donnerstag mindestens fünf Arbeiter aus mehr als 100 Meter Höhe in den Tod gestürzt. Sechs weitere Männer wurden schwer verletzt, als ein mehr als 100 Meter hohes und 100 Tonnen schweres Gerüst auf der Baustelle eines Braunkohlekraftwerks teils umstürzte, wie der Krisenstab mitteilte.
Suche nach Vermisstem: Ein Mensch wurde am Abend auf der europaweit größten Baustelle in Grevenbroich bei Neuss noch vermisst. Zwei Leichen mussten noch geborgen werden. Das Gelände am Unfallort wurde großräumig abgesperrt. Insgesamt waren fast 300 Rettungskräfte und mehrere Rettungshubschrauber im Einsatz.
Schwere Stahlträger lösten sich: Nach Angaben des Bauherrn RWE hatte sich aus ungeklärter Ursache ein Teil eines Großkessels gelöst und war zu Boden gestürzt. Dabei handle es sich um mehrere schwere Stahlträger. Es wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Die Rettungskräfte des Kreises wurden durch die Feuerwehren von Düsseldorf und Köln unterstützt.
Auf der nach Angaben der Stadt Neuss größten Baustelle Europas mit einer Fläche von rund 50 Fußballfeldern arbeiten derzeit mehr als 1.000 Menschen, in der Intensivphase sollen bis zu 4.000 dort arbeiten.
Ministerpräsident erschüttert: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) zeigte sich erschüttert über den Unfall und begab sich sofort zum Unglücksort. Dort sprach er den Betroffenen und Angehörigen sein Beileid aus: „Ich bin mit Gedanken in dieser schweren und tragischen Stunde bei Ihnen. Den Hinterbliebenen der Opfer gilt mein Mitgefühl.“
ORF-Update per 26.10.2007:
Bei einem schweren Unglück auf einer Kraftwerksbaustelle im deutschen Grevenbroich sind gestern beim Zusammenbruch eines 450 Tonnen schweren Baugerüsts drei Menschen getötet worden. Die sechs Verletzten sind inzwischen außer Lebensgefahr.
Zunächst hatte RWE berichtet, dass bei dem Unfall fünf Menschen gestorben seien. Ein weiterer galt noch als vermisst. „Diese Zahlen haben sich glücklichweise als falsch herausgestellt, weil doch weniger Menschen auf dem Gerüst arbeiteten als zunächst geglaubt“, sagte Harald Viethen, Sprecher des Rhein-Kreises Neuss.
Geborgen werden konnten die Leichen bisher aber noch nicht. Derzeit seien noch Statiker im Einsatz, um einen Weg zu finden, wie die Leichen trotz der bedrohlich über der Unglücksstelle hängenden Stahlgerüstteile geborgen werden könnten. Weiterhin unklar sei auch die Ursache für das Unglück. „Wir arbeiten mit Hochdruck“, sagte Viethen.
