USA: Wetterumschwung hilft der Feuerwehr bei den Waldbränden (+2 Videos)

Californien (USA): Der Wetterumschwung in Kalifornien ist da und hilft den erschöpften Feuerwehrleuten im Katastrophengebiet. Dank dem endlich abflauenden heißen Ostwind, der die Flammen immer weiter vorangetrieben hatte, konnte die Brandbekämpfung am 25. Oktober 2007 aus der Luft verstärkt werden.
In den Waldbrandgebieten im Süden von Kalifornien hat sich die Lage am Donnerstag leicht entspannt. Die heißen Santa-Ana-Winde ließen nach und wechselten ihre Richtung. Vom Pazifik her kam feuchtere Luft und brachte den fast 9000 Feuerwehrleuten, die seit dem Wochenende gegen das Flammeninferno kämpfen, neue Hoffnung. Einige der 18 Grossbrände zwischen der Grenze zu Mexico und dem Großraum Los Angeles seien zu etwa 15 Prozent eingedämmt, sagte Gouverneur Arnold Schwarzenegger.
Laut Schwarzenegger sind bei den Bränden drei Personen ums Leben gekommen, etwa 40 wurden verletzt. Knapp 1500 Häuser seien abgebrannt und mehr als 25.000 Gebäude immer noch bedroht. Nachdem sich die Winde von 160 auf knapp 50 Kilometer pro Stunde abschwächten, konzentrieren sich die Feuerwehrleute auf die Hauptbrandherde.
Riesige Flächen verbrannt: In der Nähe von San Diego drohte ein Feuer die Stromleitungen, welche die Stadt mit dem landesweiten Energienetz verbinden, zu zerstören. Neben 1500 Nationalgardisten eilten Feuerwehrleute aus den Bundesstaaten Nevada, New Mexico und Arizona ihren Kollegen in Kalifornien zu Hilfe.
An anderen Orten kehrten Menschen zu ihren Häusern zurück und begannen mit den Aufräumarbeiten. Ihnen bot sich ein Bild der Zerstörung. Nach ersten Schätzungen haben die Feuer Schäden von mehr als einer Milliarde Dollar, umgerechnet 1,7 Milliarden Franken, angerichtet. 1700 Quadratkilometer wurden verwüstet – eine Fläche so groß wie der Kanton Zürich.
Präsident Bush wollte am Donnerstag, 25. Oktober 2007, mit Schwarzenegger über die betroffenen Gebiete fliegen, um sich einen Eindruck vom Ausmaß der verheerenden Brände zu verschaffen. Bush hatte Südkalifornien zum Katastrophengebiet erklärt. Dies ermöglicht Brandopfern, finanzielle Hilfen vom Staat zu beantragen.
Gore macht Klimawandel verantwortlich: Der ehemalige Vizepräsident und Friedensnobelpreisträger Al Gore erklärte in einer Rede am Mittwochabend in Wien, der Klimawandel sei hauptverantwortlich für die Katastrophe. In Südkalifornien habe es in diesem Jahr weniger als drei Zentimeter geregnet. Die Temperaturen hätten in den vergangenen Tagen um zehn Grad höher gelegen als im früheren Durchschnitt.
Lob spendete der Demokrat Gore dem republikanischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger, der einen «tollen Job» mache und in klimapolitischer Hinsicht wichtige Akzente setze. Er habe mit ihm engen Kontakt und sehe Möglichkeiten, über Parteigrenzen hinweg weitere Partner zu finden, um den Klimawandel zu stoppen.
Belohnung für Ergreifung von Brandstiftern: In mindestens zwei Fällen wird Brandstiftung als Ursache für die riesigen Flächenbrände vermutet. Die Zeitung «Los Angeles Times» berichtete, die Polizei habe nordöstlich von Los Angeles einen Verdächtigen erschossen und einen weiteren festgenommen. FBI und die Feuerwehr von Orange County haben eine Belohnung von 70.000 Dollar für Informationen über mutmaßliche Täter ausgesetzt.
