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USA – Californien: Feuerwehrleute hilflos gegen Flammenmeer

Californien (USA): Die Lage in Kalifornien spitzt sich weiter zu: Hunderttausende Menschen sind mittlerweile auf der Flucht vor einer der verheerendsten Brandkatastrophen in der Geschichte des US-Bundesstaats.

Fünf Tote sind bereits zu beklagen, Entspannung ist nicht in Sicht. Starke Winde fachen die bis zu 60 Meter hohen Flammen weiter an und behindern die Löscharbeiten. Die Feuerwehren sind heillos überfordert – auch wenn nun sogar das Pentagon Hilfe schickt.

„Können es nicht stoppen“: Zigtausend Häuser bedroht.Das gewaltige Flammenmeer im Süden Kaliforniens hat bis zum Dienstag weit über eine halbe Million Menschen in die Flucht getrieben. Die Feuerwehr in Südkalifornien räumte ein, dass sie die seit Sonntag wütenden Waldbrände nicht unter Kontrolle bringen kann, solange der heftige Ostwind andauert. Das Feuer habe eine so große Ausbreitung erreicht, dass es bis zum Pazifik vorstoßen werde, sagte am Dienstag der Feuerwehrchef von San Diego, Kirk Humphries. „Wir können einiges retten, aber wir können es nicht stoppen.“

Bereits fünf Tote: Von der Anordnung zur Evakuierung sind inzwischen mehr als 900.000 Bewohner der Region zwischen Los Angeles und San Diego betroffen. Die Flammen haben über 1.700 Quadratkilometer Wald- und Buschland zerstört.
Fünf Menschen kamen bisher ums Leben, mindestens 45 wurden verletzt. Mehr als 1.600 Gebäude gingen in Flammen auf. Weitere 68.000 Häuser seien akut bedroht, sagte Gouverneur Arnold Schwarzenegger. Ein neuer Brand bei San Diego bedrohte den Villenort Rancho Santa Fe. Die Behörden ordneten alleine im Landkreis San Diego die Räumung von rund 350.000 Häusern an, was nach Schätzungen der Zeitung „Los Angeles Times“ sogar mehr als 700.000 Betroffene bedeuten könnte.

Keine Entspannung in Sicht: Nach den Worten Schwarzeneggers behinderten am Dienstag, 23. Oktober 2007, starke Winde den Einsatz von Löschflugzeugen. Meteorologen rechnen allerdings auch in den kommenden Tagen nicht mit einer Entspannung. Sie erwarten weiterhin Tagestemperaturen von mehr als 30 Grad und heftige Winde.
In den Bezirken Orange und San Diego wurden am Dienstag mehr als 37 Grad gemessen, der Santa-Ana-Wind erreichte in Böen Geschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern in der Stunde. Zwischen 13 und 16 riesige Brandherde werden mittlerweile gezählt.

Einsatzkräfte überfordert: An einigen Orten schossen die Flammen bis zu 60 Meter hoch. Der Qualm war derart dicht, dass Wetterradar-Einrichtungen fälschlich Regenwolken meldeten. Der Feuerwehrchef des Bezirks Orange warnte, seine Leute könnten wegen der großen Zahl der Brände der Flammen kaum Herr werden. Es fehle vor allem an Unterstützung aus der Luft.
Die Einsatzkräfte klagten außerdem, dass sie nicht genügend Mittel für die Brandbekämpfung hätten. „Es brennen mehr Häuser, als wir Leute haben“, sagte Lisa Blake von der Feuerwehr in San Diego. „Heute werden viele Leute ihr Haus verlieren.“

Pentagon sendet Hilfe: Das Pentagon beorderte unterdessen Hunderte von Reservisten zum Dienst in das Brandgebiet. Die Regierung in Washington entsandte Flugzeuge und Militärhubschrauber nach Kalifornien, um die Lösch- und Hilfsarbeiten zu unterstützen. Außerdem wurden Hilfsgüter zur Versorgung der Geflüchteten geschickt, wie das Pentagon am Dienstag mitteilte.
Rund 8.000 Feuerwehrleute waren im Dauereinsatz im Kampf gegen die Brände, unterstützt von 90 Löschflugzeugen und Helikoptern. Unter den Feuerwehrleuten waren auch etwa 2.600 in der Brandbekämpfung geschulte Häftlinge.

Kein Aufatmen in Malibu: Auch im Prominentenort Malibu kämpften Feuerwehrleute weiter gegen die Flammen. Hier war der Brand am Dienstagabend zu 15 Prozent eingedämmt. Die meisten Feuer brannten nach Behördenangaben aber noch vollkommen außer Kontrolle.

Bush kündigt Besuch an: Präsident George W. Bush kündigte einen Besuch des Katastrophengebietes für Donnerstag an. Bush wolle seine Verbundenheit mit den Betroffenen zum Ausdruck bringen, teilte das Weiße Haus mit. Er wolle sicherstellen, dass alle notwendige Hilfe zur Verfügung stehe.
Bush rief den Bundesnotstand in den sieben betroffenen Bezirken aus, was eine beschleunigte Katastrophenhilfe ermöglicht. „Die ganze Nation ist besorgt um die Familien, die ihre Häuser verloren haben oder evakuiert wurden“, sagte Bush.

Erinnerung an „Katrina“: Seine Sprecherin Dana Perino ergänzte, die Regierung habe aus dem Hurrikan „Katrina“ von 2005 gelernt, wie mit einer Krise umzugehen sei.
Laut Journalisten haben an die 20.000 Menschen in der Nacht auf Mittwoch erneut im Qualcomm-Sportstadion in San Diego Zuflucht vor dem Flammenmeer in Südkalifornien gesucht. Auch das erinnert an die Katastrophe nach dem Wirbelsturm „Katrina“: Damals waren in New Orleans Tausende, zumeist ärmere Einwohner in den Superdome geflüchtet und mussten dort tagelang im völligen Chaos ausharren, bis die Behörden Hilfe leisteten.

ORF-News
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