Brand

Sbg: Todesopfer bei Wohnungsbrand in Halleiner Mehrparteienhaus

Hallein (Sbg): Am Freitag, dem 21. September 2007, wurde die Feuerwehr Hallein-Hauptwache um 01:37 Uhr von der LAWZ Salzburg zu einem Brand in die Salzburgerstrasse 5 (in Hallein auch bekannt unter „Stirneiskeller“) per Funkmeldeempfänger alarmiert.

Drei Minuten später rückten die ersten beiden Fahrzeuge (KDO-A I, und TLF-A I) unter der Führung von OFK BR Otto Miller zur Einsatzstelle an der B159 aus. Pumpe I und Drehleiter Hallein folgten im Minutentakt.
Bereits während der Anfahrt war eine sehr starke Rauchentwicklung in den oberen Stockwerken und im Dachstuhlbereich sichtbar. Dies hatte den Anschein, dass es sich dabei um einen Dachstuhlbrand oder einen Wohnungsbrand in den oberen Geschoßen handeln könnte. Daraufhin wurde das Tanklöschfahrzeug II (TLF-A 4000) nachgefordert. Diese Vermutung über den Ort des Brandes täuschte. Wir Feuerwehrleute wissen, dass sich in diesem Objekt 6 Etagen befinden, wobei drei in das Untergeschoß führen und drei Stockwerke in die Höhe ragen.

Beim Eintreffen der ersten Kräfte war das Stiegenhaus komplett verraucht. Ein Person teilte der Einsatzleitung mit, dass sich der Brand im 2. Untergeschoß befindet. Der erste Atemschutztrupp von Tank I Hallein (darunter auch der Verfasser dieser Zeilen) führte sofort mit einem C-Hohlstrahlrohr einen Innenangriff in das 2. UG durch.

Detail am Rande: Beim Vordringen war bis in das. 1 UG eine starke Rauchentwicklung vorhanden. Bis wir in das 2. UG vorgedrungen waren, war dieses fast rauchfrei und es gab kurzzeitig keine Anzeichen für einen Brand in diesem Bereich. Dies täuschte aber! Bei genaueren Hinsehen und Abtasten der Wohnungstüren mit der bloßen Hand fanden wir dann unser Einsatzziel!

Die Türe war brennheiß, sie ließ sich per Hand nicht öffnen und wir mussten uns gewaltsam Zutritt verschaffen. In Deckung mit dem gefüllten Hohl-Strahlrohr brachen wir die Türe auf. Als erste Maßnahme mussten wir den Deckenbereich aufgrund der enormen Hitze kühlen. Erst dann gingen wir Schritt für Schritt unter Beobachtung des vor uns liegenden Brandherdes und der Umgebung in die Wohnung vor. Während wir uns noch im Stiegenhaus befanden, ist eine Fensterscheibe an der Ostseite (Salzachseite) geborsten, die Flammen schlugen dadurch gewaltig ins Freie.
Zu Hilfe kam uns zu diesem Zeitpunkt der zweite Atemschutztrupp von Tank I mit der Wärmebildkamera, mit dabei auch unser OFK der für den Zeitraum dieses Innenangriffes die Einsatzleitung an OFK-Stv. HBI Rudolf Strobl übergab.
Beim Vordringen in die Wohnung kühlten wir nur stoßweise, um nicht alles mit Wasserdampf anzufüllen.
Ein Atemschutztrupp von Tank II führte einen Angriff von der Salzachseite über Steckleiterteile in die Wohnung durch.

In der Zwischenzeit rüsteten sich weitere Atemschutztrupps aus, um Personen aus dem Gebäude zu evakuieren. Insgesamt mussten 10 Personen evakuiert werden, eine Person wurde mit der Drehleiter direkt oberhalb der brennenden Wohnung an der Ostseite gerettet. Diese Person wurde mit einer starken Rauchgasvergiftung durch das ÖRK in das Krankenhaus Hallein abtransportiert.

Nach dem Ablöschen des Brandes und der Kontrolle mittels der Wärmebildkamera machte der AS-Trupp von Tank I die Entdeckung einer leblosen Person im Schlafzimmer. Sofort wurden die Einsatzleitung und die anwesenden Beamten der Polizei informiert. Diese veranlassten daraufhin die Verständigung des Sprengelarztes und der Brandursachenermittlung.

Um das Objekt rauchfrei zu bringen wurden zwei Drucklüfter eingesetzt. Die Wasserversorgung erfolgte über einen nahe gelegenen Hydranten. Der nicht all zu große Ordnungssinn des Wohnungsmieters führte natürlich zu einer immensen Brandlast, welche die Löscharbeiten schwierig machten. Vermutlich dürfte der Brandausbruch in der Wohnküche gewesen sein, der sich in weiterer Folge auf den Vorraum und das Schlafzimmer ausbreitete.

Aufgrund des Vorfalles wurde die Staatsanwaltschaft Salzburg und das Landeskriminalamt eingeschaltet. Um 03:45 Uhr konnten die ausgerückten Kräfte, bis auf TLF-A II wieder ins Feuerwehrhaus einrücken. Eine Brandsicherheitswache mit dem TLF-A 4000 war bis 06:00 Uhr Morgens vor Ort und führte auch noch kleiner Nachlöscharbeiten mittels Hydrofix durch.

Am Vormittag begaben sich Brandermittler des LKA auf die Suche der Ursache. Diese ist bis zum jetzigen Zeitpunkt unbekannt.

Freiw. Feuerwehr Hallein

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