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Italien: Brandstiftungen fordern 3 Tote, Hinterland von Cefalù in Flammen

Italien: Bei Waldbränden auf der italienischen Insel Sizilien sind am Mittwoch, 22. August 2007, in der Nähe der Hafenstadt Messina mindestens drei Personen ums Leben gekommen. Zwei Personen wurden noch vermisst, wie die Behörden mitteilten.

Die Brände bei Messina erreichten auch einen Bauernhof, dem ein Hotel angeschlossen ist, wie die Feuerwehr berichtete. Eine Person kam in dem Hotel ums Leben, eine weitere starb auf dem Weg ins Spital. Der dritte Tote wurde in seinem Wagen gefunden. Er habe möglicherweise gerade versucht, vor den Flammen zu fliehen, berichtete die Feuerwehr weiter.

Anhaltende Trockenheit: Das Hinterland der sizilianischen Stadt Cefalù ist das Opfer vorsätzlicher Brandstiftung im großen Stil geworden. Das Feuer wütete seit Dienstagnachmittag, zerstörte in 24 Stunden gegen zehn Kilometer Wald, Macchia und Schilf, auch Teile eines Naturschutzgebiets. Wohnhäuser und Zeltplätze (einer gehört dem Club Méditerranée) wurden evakuiert, später auch das Spital des Ortes. Die Flammen loderten an verschiedenen Orten zur gleichen Zeit auf. Nach Darstellung des Bürgermeisters stellten die Kriminellen durch geschickte Auswahl der Zündstellen sicher, dass sie ihr zerstörerisches Ziel auch im Falle einer Winddrehung erreicht hätten. Doch die anhaltende Tramontana, der Nordwind, enthob sie weiterer Sorgen. Das Terrain war durch die Trockenheit bestens vorbereitet. Wenig tröstlich waren die Worte eines Naturparkwächters, das Schilf werde schnell nachwachsen. Vorerst durchziehen ein schwarzes Band und penetranter Rauchgeruch die einmalige Landschaft zwischen Milazzo und Palermo an der von Griechen, Römern, Arabern, Normannen und Staufern kolonisierten Nordküste Siziliens.

Unklare Motive: Die Brandstifter konnten noch nicht dingfest gemacht werden. Auch ihre Motive sind unklar, da geschützte Gebiete durch Abbrennen der Vegetation nicht so einfach in Bauland zu verwandeln sind. Aber um Sizilien zu verstehen, reicht die europäische Logik nicht aus. Das haben Luigi Pirandello und Leonardo Sciascià in ihren Werken bewiesen.

Neue Züricher Zeitung

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