Sbg: Katastrophenalarm und Schneechaos am 10. Juli 2007 im Lungau
Salzburg: Nach Wintereinbruch und heftigem Regen gilt in Lungauer Gemeinden am 10. Juli 2007 Katastophenalarm. In Tamsweg, Ramingstein, Lessach und Göriach sind Feuerwehren im Dauereinsatz. Höhergelegene Straßen sind landesweit vom Schneechaos betroffen.
Muren, hochwasserführende Bäche, verstopfte Kanäle, überflutete Keller – seit Dienstagfrüh um 3.00 Uhr versuchen Lungauer Einsatzkräfte die großen Unwetterschäden in den vier am stärksten betroffenen Orten zu verringern und zu beseitigen. Vor allem ein rutschender Hang in Göriach bereitet dem Einsatzleiter der Bezirkshauptmannschaft, Heinz Lammer, die größten Sorgen. Es stehen zahlreiche Wohnhäuser unterhalb des gefährlichen Hanges.
Aus Sicherheitsgründen mussten auch die Bundesstraße von Tamsweg in Richtung Ramingstein und Murau sowie die Murtalbahn gesperrt werden. Hier können jederzeit Muren abgehen und die Verkehrsverbindungen verschütten. Diese Sperre dauert noch auf unbestimmte Zeit an.
Die Situation wäre noch prekärer, wenn es am Montag nicht kalt geworden wäre, sagt Heinz Lammer. Dadurch ist nämlich die Schneefallgrenze auf 1.800 Meter gesunken – viel Niederschlag wurde so in Form von Schnee gebunden.
Zwischen Viehhofen und Saalbach bereitet der so genannte Grenzgraben den Pinzgauer Behörden viel Kopfzerbrechen. Hier ist eine Straßensperre aus Sicherheitsgründen jederzeit möglich, so instabil sei das steile Gelände, sagen die Experten.
Hochwassergefahr besteht entlang der Salzach im hochwassergeplagten Pinzgau derzeit nicht, meldete Dienstagmittag der hydrografische Dienst – auch wenn Mittersill nur um Haaresbreite an der Warnstufe und einer Alarmierung vorbeigeschrammt ist. Auch hier hat es geholfen, dass es im Gebirge geschneit und nicht geregnet hat.
Wer im Juli noch immer nicht die Winterreifen seines Autos gewechselt hat, kann sich in Salzburg glücklich schätzen: Von der B99 zwischen Untertauern und Tweng (Lungau) meldet der ÖAMTC zehn Zentimeter Neuschnee.
