Schweiz: Heftiges Gewitter bei Huttwil fordert 3 Menschenleben
Schweiz: Heftige Gewitter haben am Freitagabend, 8. Juni 2007, die Feuerwehren im Emmental und Luzerner Hinterland sowie in der Region Basel auf Trab gehalten. In der Region Huttwil im Emmental sind drei Personen nach Überschwemmungen ums Leben gekommen. Eine Person konnte aus den Fluten gerettet werden.
Eine Frau sei gestorben, als ihre Wohnung in Eriswil überflutet wurde, teilte die Kantonspolizei Bern mit. Das Haus sei innert Sekunden überflutet worden, die Frau hatte keine Chance, sich in Sicherheit zu bringen, wie Regierungsstatthalter Markus Grossenbacher die Situation schilderte.
In Huttwil wurden drei Personen von der Langete mitgerissen. Ein Mann konnte noch gerettet werden. Eine Frau wurde später tot aufgefunden, ein Mann wurde am Samstagmorgen in der Langete bei der Gemeinde Rohrbach ebenfalls tot aufgefunden. Die Bewohner der Region hätten angegeben, noch nie ein Gewitter in dieser Stärke erlebt zu haben, sagte der Sprecher.
Insgesamt seien rund 50 Meldungen über Unwetterschäden eingetroffen. Keller und Strassen seien überflutet worden. Mehrere Strassen mussten gesperrt werden. Ausserdem seien in Huttwil und Eriswil zwei Brücken weggerissen worden. Die Feuerwehr stand die ganze Nacht im Grosseinsatz. Unterbrochen ist das Telefon-Festnetz in Wyssachen, da das Gewitter eine Telefonzentrale beschädigt hat.
Überschwemmungen in Luzern und Basel: Auch im Kanton Luzern gab es in der Nacht heftige Unwetter, die zu Überschwemmungen und Erdrutschen führten, wie die Kantonspolizei auf Anfrage erklärte. Verletzt wurde nach ersten Angaben niemand. Der Verkehr auf der Strasse Wolhusen-Menznau musste umgeleitet werden.
Unterbrochen wurde auch die Bahnstrecke Willisau-Wolhusen. In Willisau trat die Buchwigger gegen 22 Uhr 30 über die Ufer und überflutete das Bahnhofsgebiet, wie die Behörden am Samstagmorgen vor den Medien sagten. Im Luzerner Hinterland seien zahlreiche Keller und Garagen unter Wasser gestanden. Es gab mehrere Erdrutsche.
Im Raum Basel kam es ebenfalls zu Überschwemmungen. Nach Angaben der Kantonspolizei Basel-Stadt wurde jedoch niemand verletzt. Insgesamt seien bei der Feuerwehr 120 Meldungen über überschwemmte Keller, Einstellhallen und überfluteten Baustellen eingegangen. Der Horburgutunnel und der St. Johann-Tunnel seien wegen der Gewitter während rund einer Stunde gesperrt gewesen. Gegen 23 Uhr habe sich die Lage normalisiert.
Alarmzentrale im Baselbiet verstärkt: Auch im unteren Baselbiet standen die örtlichen Feuerwehren praktisch die ganze Nacht im Einsatz, wie die Polizei Basel- Landschaft am Samstag mitteilte. Die Polizei musste ihre Alarmzentrale kurzfristig verstärken. Rund 100 Notrufe gingen wegen des Gewitters bei ihr ein. Verletzte gab es im Kanton Baselland keine. Die Feuerwehrleute mussten Keller auspumpen, umgestürzte Bäume wegräumen und Spuren von Bächen beseitigen, die über die Ufer getreten waren. Am stärksten betroffen war die Gemeinde Reinach. Dort drang Wasser in die Turnhalle des Bachmatt-Schulhauses ein.
Rund 40 der Notrufe erhielt die Polizei aus Reinach. Die anderen kamen aus den Gemeinden Arlesheim, Aesch, Bottmingen, Oberwil, Therwil und vereinzelt aus Binningen, Grellingen und Allschwil. In Therwil stand die Unterführung Ringstrasse unter Wasser; ein Personenwagen blieb dort stecken.
