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Ktn: Notfälle vorgetäuscht – 55 Mal Rettungskräfte genarrt

St. Veit (Ktn): Eine Frau aus St. Veit hat in der letzten Woche die Rettungskräfte zum Narren gehalten. Sie rief unter falschem Namen insgesamt 55 Mal in der Notrufzentrale an und schickte die Einsatzkräfte zu immer anderen Adressen.

Das erste Mal wählte die Frau die Notrufnummer 144 des Roten Kreuzes vor zehn Tagen rund 25 Mal. Jedes Mal schilderte sie den Mitarbeitern in der Rettungsleitstelle in Klagenfurt andere Symptome: sie habe Herzbeschwerden, Schmerzen in der Brust, schwere Kopfschmerzen usw. Jedes Mal lotste sie die die Rettungskräfte, die davon ausgehen müssen, dass es sich um einen echten Notfall handelt, zu falschen Adressen.
Die Frau wurde erst nach Stunden mittels Handyortung ausgeforscht und angezeigt. Das selbe Spiel wiederholte sie dann am Donnerstag. Rund 30 Mal rief sie diesmal bei der Rettunsleitstelle an und rief die Einsatzkräfte zu falschen Notrufadressen. Für Daniel Fellner, Leiter der Rot-Kreuz Leitstelle in Klagenfurt, haben diese unverständlichen Aktionen zwei problematische Auswirkungen.

„Erstens sind es meine Mitarbeiter, die natürlich sehr engagiert sind, in solchen Fällen helfen zu wollen. Wenn man dann keinen Patienten findet, geht man zunächst davon aus, dass man selbst etwas falsch gemacht hat, dass man die Adresse falsch aufgenommen oder verwechselt hat, das ist enormer Stress. Zweitens verwenden wir dann auch Rettungsmittel für solche Leerfahrten und zur gleichen Zeit bräuchten wir es dann bei echten Notfällen.“ Außerdem rief die Frau aus Silberegg Freitagfrüh bei der Rettungsleitstelle an und beschimpfte einen Mitarbeiter auf das Wüsteste, was dem Roten Kreuz einfalle, sie anzuzeigen. Die Frau spricht laut Polizei dem Alkohol sehr stark zu. Jedes Mal, wenn sie alkoholisiert ist, belästigt sie telefonisch auch den Polizeiposten in Althofen. Doch der Polizei waren bisher die Hände gebunden, weil sie dort keine falschen Notfälle angegeben hat.

Beim Roten Kreuz gab es vor rund zwei Jahren schon einmal einen ähnlich gelagerten Fall. Damals riefen zwei 13-jährige Mädchen aus dem Lavanttal rund 200 Mal in der Leitstelle an und machten falsche Notfallangaben. Fellner: „Die haben das teilweise so geschickt gemacht, dass man im Hintergrund Geschrei gehört hat und wir sind davon ausgegangen, es handelt sich um einen Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen, haben Feuerwehr und Polizei dorthin geschickt.“

Solche Fälle werden meist rasch aufgeklärt, denn selbst wenn man mit unterdrückter Nummer beim Roten Kreuz anruft, scheint die Handynummer am Notruftelefon immer auf.

ORF Kärnten

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