Brand

Sbg: Wohnungsbrand in Hallein-Burgfried

Hallein (Sbg): Aus bisher unbekanntem Grund kam es in den Nachtstunden des 23.05.2007 zu einem Wohnungsbrand im Halleiner Ortsteil Burgfried.

Um 02.11 Uhr erfolgte die Alarmierung der FF Hallein/Hauptwache über die Landes-Alarm- und Warnzentrale mittels Funkmeldeempfänger. Bereits zwei Minuten später rückte KDO und TLF 1 Hallein aus, während der Anfahrt rüstete sich bereits ein AS-Trupp aus.

Bei der Ankunft von KDO Hallein mit Einsatzleiter BR Otto Miller war eine leichte Rauchentwicklung aus einer Wohnung im 2. OG zu bemerken, ein leicht verwirrte Frau befand sich im Eingangsbereich des Mehrparteienhauses.

Mittels Innenangriff wurde vom 1. AS-Trupp (Tank 1 Hallein) ein HD-Rohr vorgenommen, für die kurze Zeit später eintreffende DLK 23-12 wurde bereits eine Aufstellfläche eingeplant und daraufhin als zweiten Angriffs- bzw. Fluchtweg die Drehleiter in Stellung gebracht.

Weiters wurde von der Besatzung des SLF-A (Pumpe 1 Hallein) ein Reserve AS-Trupp gestellt und der Drucklüfter in Stellung gebracht.
In der Zwischenzeit konnte vom 1. AS-Trupp der Brand erfolgreich bekämpft werden, mittels Drucklüfter wurde die leichte Rauchentwicklung im Stiegenhaus nach Öffnen von mehreren Fenstern entfernt.
Nach der Brandursachenermittlung durch die PI Hallein konnte mit dem Ausräumen der angebrannten bzw. verbrannten Möbelstücke begonnen werden.

Durch das Rote Kreuz Hallein wurde die leicht verwirrte Wohnungsinhaberin unter Androhung von Polizeigewalt in das Krankenhaus Hallein zur weiteren Untersuchung verbracht.
Nach der endgültigen Rauchfreimachung der Wohnung und einer Nachkontrolle mittels Wärmebildkamera konnten die letzten Einsatzkräfte kurz nach 3 Uhr morgens wieder einrücken.

Eingesetzte Kräfte:
KDO, TLF-A 2500, SLF-A 1500, DLK 23-12
Mannschaft: 23 ausgerückt, 19 Reserve
RK Hallein: 1 Sanka, 3 Mann
PI Hallein: 1 PKW 2 Mann
Einsatzleiter: BR Otto Miller, OFK Hallein

Einige Gedanken (der FF Hallein):

An und für sich ist dieser Einsatz nicht außergewöhnlich, alles lief ruhig ab und der Brand konnte innerhalb kürzester Zeit abgelöscht werden. Also für die Einsatzkräfte nichts „Besonderes“!
Aber der „Teufel“ liegt im Detail!
Durch die verschlossenen Fenster bekam das Feuer nicht genügen Sauerstoff, ein relativ kleiner Brand mit entsprechender Rauchentwicklung war die Folge. Dies zeigte auch die entsprechenden Abbrandspuren in der gesamten Wohnung, Elektrogeräte waren bereits durch die Hitze geschmolzen, auch im weiter entfernten Bad waren große Rauchspuren zu bemerken.

Vom Brand war im Gesamten nur das Wohnzimmer betroffen, die Tür zum Schlafzimmer – in welcher sich die Wohnungsinhaberin aufhielt – war bereits einseitig vom Brand beaufschlagt. Es handelte sich dabei um eine Holztür, mehrere Millimeter waren bereits durchgebrannt. In so fern hatte die Frau bereits sehr viel Glück beim „Aufwachen“ und beim „Verlassen“ der Wohnung.

Die Hitze in der Wohnung war bereits auf einige hundert Grad angestiegen, bei einer solchen Erhitzung der vielen Rauchgase innerhalb dieser kleinen Wohnung kann es leicht zu einem sogenannten „Flash-Over“ kommen. Durch Hitze waren bereits die inneren Scheiben der Doppelverglasung der Fenster gesprungen. Ein Fensterflügel war zum Glück beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte offen, somit konnten die Rauchgase entweichen.
Und da kann ein vermeintlicher „Routine-Einsatz“ leicht zu einem unvorhersehbaren Einsatz ausarten. Gewisse Zeichen muss man als Einsatzleiter bzw. vor allem als Angriffstrupp deuten können und entsprechend danach handeln.
Denn: die unmittelbare Gefahr geht nicht vom eigentlichen Brandherd aus, sondern vielmehr vom „heißen“ Rauch, und von diesem war mehr als genug vorhanden!

Die ersten Anzeichen, leichte Rauchentwicklung, lässt auf einen „normalen“ und leichten Einsatz deuten, jedoch darf dies nicht dazu führen, den gesamten „Einsatz“ zu unterschätzen!

Auch die Aufstellung von Rettungsgeräten – wie hier die Drehleiter – sollte immer beachtet werden; einerseits dient dies für einen zweiten Angriffsweg und vor allem als Fluchtweg für einen AS-Trupp im Innenangriff.
Dies vor allem, wenn dem AS-Trupp aus welchen Gründen auch immer, der Rückzug abgeschnitten würde.

Abschließend kann gesagt werden, dass dieser Brandeinsatz vom taktischen Gesichtspunkt gesehen her einwandfrei abgelaufen ist. Doch was wäre „wenn“! innerhalb kürzester Zeit kann ein „Routineeinsatz“ zu einem für alle eingesetzten Kräfte sehr brisant werden. Und hier gibt es nur eines: Schulung, Schulung und nochmals Schulung!

FF Hallein

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