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London: Berühmter Teeclipper in Flammen

Greenwich / London: Das berühmte britische Segelschiff „Cutty Sark“ ist Montagfrüh des 21. Mai 2007 bei einem verheerenden Großbrand schwer beschädigt worden. Der einst schnellste Segler der Welt könne jedoch wieder vollständig restauriert werden, sagte der „Cutty Sark“-Treuhandfonds.

Die Ursache des Feuers war zunächst unklar. Die Polizei schloss allerdings Brandstiftung auf dem 138 Jahre alten Schiff nicht aus. Sie rief mögliche Zeugen auf, sich zu melden.

„Erhebliche Schäden“
Das Schiff wurde seit Monaten im Trockendock in Greenwich bei London renoviert. Acht Feuerwehren löschten die Flammen, die weithin zu sehen waren. Der erste Alarm sei um 4.45 Uhr (5.45 Uhr MESZ) ausgelöst worden, sagte ein Feuerwehrsprecher. „Die Flammen haben ganz erhebliche Schäden angerichtet, aber wir konnten sie bald unter Kontrolle bringen und vollständig löschen.“ Es wurde niemand verletzt.

Glück im Unglück
Das Zentrum von Greenwich, das unmittelbar an die Themse grenzt, und Teile der nahe liegenden Königlichen Marineakademie waren stundenlang gesperrt. Das Holzschiff sei glücklicherweise nicht so weit zerstört worden, dass ein Wiederaufbau unmöglich wäre, sagte Richard Doughty, der Leiter des Treuhandfonds, Reportern. „Wir hatten Glück im Unglück, denn 50 Prozent der Schiffsausrüstung war wegen der Restaurationsarbeiten ausgelagert.“ Dazu gehörten auch der berühmte Hauptmast des Seglers und weite Teile der Takelage.

Umfangreiche Restauration
Die „Cutty Sark“, die einst im Handelsverkehr zwischen London und nahezu allen Teilen der Welt segelte, war seit Jahrzehnten eine der beliebtesten Touristenattraktionen der Londoner Umgebung. Millionen Menschen, die den Nullmeridian in Greenwich besuchten, schauten sich auch das Schiff an. Für die umfangreiche Restauration des Holzschiffes waren zwölf Millionen Pfund (18 Mio. Euro) aus staatlichen Lotteriegeldern bereitgestellt worden.

ORF.at

Bericht auf NZZ- Online
Schaden auf der «Cutty Sark» weniger gross als befürchtet
Der berühmteste Teeklipper der Welt, die «Cutty Sark», ist von einem Feuer schwer beschädigt worden. Das 138 Jahre alte Schiff wurde in seinem Trockendock in Greenwich bei London aufwendig restauriert, als heute morgen vor fünf Uhr Ortszeit ein Feuer ausbrach. Die Ursachen sind noch unklar. Sie galt als Inbegriff von Geschwindigkeit unter Segeln: Die am 23. November 1869 in Dumbarton vom Stapel gelassene «Cutty Sark». Heute morgen, um 4 Uhr 45, wurde die Feuerwehr gerufen, nachdem auf dem Schiff, das in Greenwich bei London in einem Trockendock liegt und seit den 1950er Jahren als Museum dient, ein Feuer ausgebrochen war. Um 7 Uhr waren die Flammen gelöscht. Zunächst sah es fast nach einem Totalverlust aus. Doch offenbar hält sich der Schaden in Grenzen.

Die «Cutty Sark» wurde gegenwärtig für 25 Millionen £ restauriert. Aus diesem Grund war die Hälfte der Beplankung entfernt worden. Zudem waren Teile des Riggs abgebaut worden. Doch auch was auf dem Schiff verblieben ist, scheint nicht vollständig zerstört worden zu sein, wie ein Sprecher des Cutty Sark Trust, der Gesellschaft für den Erhalt des Schiffes, mitteilt.

Angst vor Explosionen
Aus Angst vor explodierenden Gasflaschen war die Innenstadt von Greenwich und die nahe gelegene Akademie gesperrt worden. Auch der Zubringerzug von London war unterbrochen worden.Gegenüber BBC News sprach der Vorsitzende des Cutty Sark Trust, Richard Doughty, von einem unglaublichen Schock. Der drohende Verlust gerade der Originalteile, die noch ins Südchinesische Meer gesegelt waren, wäre unersetzlich gewesen. Nicht nur sei die «Cutty Sark» ein wichtiger Teil des nahe gelegenen Marinemuseums gewesen, sie war auch ein wichtiger Bestandteil des britischen maritimen Erbes und der britischen Identität. Rund 15 Tausend Besucher besichtigten jährlich den Klipper.

Später Einsatz als Teeklipper
Die «Cutty Sark» wurde zu einer Zeit gebaut, als bereits die Dampfer die Segelschiff abzulösen begannen. Nur eine Woche vor ihrem Stapellauf wurde der Suezkanal eingeweiht. Trotzdem unternahm sie mehrere Reisen ins Südchinesische Meer. Legendär wurden die Wettfahrten mit einem anderen Teeklipper, der «Thermopylae», die ein Konkurrenzreeder als das schnellste Schiff ihrer Zeit ausgab. Tatsächlich schlug die «Thermopylae» die «Cutty Sark» mehrere Male, bis sie auf ihrer dritten Reise im Jahr 1872 zeigen konnte, was in ihr steckte. Zwar lief die «Cutty Sark» in einen schweren Sturm, in dem ihr Ruder brach. Doch legte sie immerhin fast 7000 Seemeilen in nur 60 Tagen zurück, was eine sensationelle Leistung war.
Die «Cutty Sark» konnte bei voller Besegelung rund 3000 Quadratmeter Tuch tragen und erreichte Geschwindigkeiten bis zu 17,5 Knoten – rund 32 Kilometer pro Stunde. Ihre ursprüngliche Galionsfigur zeigte eine Hexe mit einem Rossschweif in der Hand. Die Hexe trägt ein kurzes Hemd, das im schottischen Dialekt «cutty sark» genannt wurde und ist eine Reminiszenz an Robert Burns Gedicht «Tam O’Shanter».

NZZ Online

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