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Deutschland: 4 tote Feuerwehrleute bei Einsatzübung – DER PROZESS

Deutschland: Beim Prozess um den tragischen Verkehrsunfall in Glindenberg (Ohrekreis), bei dem am 19.6.2006 vier Wolmirstedter Feuerwehrleute starben, hat das Gutachten nun die Löschzugfahrerin Michaela H. be- und die Fahrerin des Mercedes-Vaneo, Edith B ., entlastet.

Mit Spannung war der Auftritt von Diplomingenieur Martin Kandler vor dem Schöffengericht in Wolmirstedt ( Ohrekreis ) erwartet worden. Sollte der 34-Jährige doch anhand seiner umfangreichen Untersuchungsergebnisse dazu beitragen, den schrecklichen Verkehrsunfall auf der Kreuzung K 1171 / 1170 in Glindenberg aufzuklären.

Am 19. Juni 2006 waren ein Löschfahrzeug und ein Pkw zusammengestoßen. Die 36-jährige Fahrerin der Feuerwehr und die 50 Jahre alte Fahrerin des Vaneo wurden wegen fahrlässsiger Tötung in vier Fällen und mehrfacher Körperverletzung angeklagt.

Kandler schickte voraus, dass er bereits eineinhalb Stunden nach dem Unfall mit seinen Untersuchungen beginnen konnte. Dieser Umstand sei “ eine sehr gute Basis für die Rekonstruktion des Unfalls “ gewesen.

Zuerst befasste sich der Gutachter gestern mit der Geschwindigkeit. Kameraden der Feuerwehrfrau hatten behauptet, der Löschzug habe vor der Kreuzung “ stark abgebremst „. Der Vaneo sei hingegen mit 100 Stundenkilometer auf die Kreuzung zugerast.

Kandler wies anhand technischer Daten nach, dass die Feuerwehr ungebremst mit 58 bis 76 km / h auf die Kreuzung gefahren ist. Dort traf sie der Pkw am rechten Hinterrad. “ Das Heck der Feuerwehr brach nach hinten aus und schleuderte nach links. Nach 22 Metern hob sie ab und kippte mit der linken Seite auf die Straße. “ Dabei habe die Geschwindigkeit noch 42 bis 57 km / h betragen. 29 Meter vom Aufprallort sei der Löschzug gegen den ersten Baum gestoßen und habe ihn entwurzelt. “ Nach weiteren Überschlägen und sieben Metern ( 24-29 km / h ) kam die Feuerwehr am zweiten Baum auf der rechten Seite zum Liegen.

Ausweich- oder Bremsspuren habe er nicht gefunden. Die Behauptungen vom Wehrleiter und Gerätewart, sie hätten gesehen, dass der 3. Gang eingelegt war, widerlegte der Diplomingenieur durch Fakten : “ Im 3. Gang fährt der 13-Tonner maximal 30 km / h. “ Auch den vierten Gang ( bis 40 km / h ) schloss er aus. In Anbetracht der Geschwindigkeit gehe er vom 5. Gang aus. “ Die Geschwindigkeit ist mit dem 3. Gang keinesfalls zu vereinbaren. “ Der Gutachter hatte die Schaltung im Leerlauf vorgefunden. Wer die Nullstellung eingelegt hatte, steht bis heute nicht fest.

Der Pkw sei mit 36 bis 59 km / h gefahren. Bei einer Geschwindigkeit von 100 km / h, wie von einem Zeugen, der dem Löschzug im Leiterwagen folgte, ausgesagt worden war, wäre der Vaneo weitaus stärker verformt worden. “ Nach dem Zusammenstoß im Winkel von 110 Grad wurde der Pkw 2, 2 Meter zurückgeschleudert. “ Die Geschwindigkeit sei dabei 14 bis 16 km / h gewesen.

Auch die Sichtverhältnisse sprechen für die Vaneo-Fahrerin. Sie habe die Feuerwehr durch den “ Jalousieeffekt „, hervorgerufen durch den Zaun links von ihr, erst eine Sekunde vor dem Aufprall gesehen. “ Zu spät, um noch reagieren zu können. “ Er belegte das mit Fotoserien, die bei einer Rekonstruktion vor Ort mit baugleichen Fahrzeugen durchgeführt worden war. Hinzu sei gekommen, dass die starke A-Säule ( Zwischen Front- und Seitenscheibe ) des Vaneo der 50-Jährigen den Einblick nach links verwehrt habe.

Die 36-jährige Feuerwehrmaschinistin habe hingegen schon beim Heranfahren an die Kreuzung freie Sicht nach rechts gehabt und hätte den Pkw sehen müssen.

Zu den optisch-akustischen Signalen meinte Kandler, dass Blaulicht und Scheinwerfer auch ohne die Sichtbehinderung des Zauns bei einem seitlichen Aufeinanderzufahren und Tageslicht schwer zu erkennen seien. Und da kurz zuvor das Vorausfahrzeug über die Kreuzung gefahren ist, sei es möglich, dass die Pkw-Fahrerin das Martinshorn diesem Feuerwehrwagen zugeordnet und gedacht habe, dass die Kreuzung nun frei sei.

Volksstimme

Fire-World-Bericht zum Unglück am 19. Juni 2006

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