Indonesien: Flugzeug schoss über Landebahn und ging in Flammen auf: 21 Tote
Indonesien: Auf der indonesischen Insel Java ist am Mittwoch, dem 7. März 2007, ein Flugzeug mit 140 Passagieren an Bord beim Anflug auf die Touristenmetropole Yogyakarta verunglückt und in Flammen aufgegangen.
Nach Behördenangaben kamen mindestens 21 Menschen ums Leben. Die Maschine schoss demnach über die Landebahn hinaus und brannte vollständig aus. Augenzeugen zufolge konnten sich aber Dutzende Insassen aus dem Inferno retten.
Bei der Unglücksmaschine handelte es sich um einen Flieger der staatlichen Gesellschaft Garuda, der aus Jakarta kam. Das Unternehmen teilte mit, 76 der 140 Insassen seien aus dem Wrack gebracht worden, nannte aber keine Details zu Toten oder Verletzten. Ein Vertreter der lokalen Behörden sagte, bisher seien 21 Tote bestätigt worden. Etliche Verletzte wurden in Krankenhäusern behandelt.
An Bord der 737-400 befanden sich bis zu zehn australische Diplomaten, Regierungsvertreter und Journalisten. Sie alle hätten Außenminister Alexander Downer auf seiner Indonesien-Reise begleitet. Der Politiker selbst habe sich aber nicht in der Maschine befunden. Der australische Ministerpräsident John Howard sagte zu dem Unfall, es habe offenbar einen „bedeutenden Verlust an Leben“ gegeben.
Der Feuerwehr gelang es nach zwei Stunden, die Flammen zu löschen. Die Maschine sei vollkommen ausgebrannt, berichteten Augenzeugen. Ein Passagier sagte, das Flugzeug habe vor der Land geschwankt. „Plötzlich war Rauch im Rumpf, es schlug auf die Landebahn und landete in einem Reisfeld“. Er haben einen Ausländer gesehen, dessen Kleider in Flammen standen. „Ich sprang aus dem Notausgang. Gott sei Dank, dass ich überlebt habe.“
Ein anderer Überlebender berichtete einem lokalen Fernsehsender: „Wir schossen über die Landebahn hinaus, dann hörte ich eine Explosion und rannte durch einen Notausgang“. Er glaube, dass zahlreiche Passagiere im Flugzeug eingeschlossen worden seien.
ORF-Bericht:
In Indonesien sind Mittwochfrüh mindestens 22 Menschen bei einem Flugzeugbrand ums Leben gekommen. Lokale Behörden nannten auch eine Zahl von 49 Toten. Etwa 90 Menschen konnten sich nach ersten Berichten aus der brennenden Maschine befreien. Präsident Susilo Bambang Yudhoyono ordnete eine Untersuchung an. Die Ermittler sollen Gerüchten über Sabotage auf den Grund gehen, sagte ein Kabinettssprecher. Die Boeing 737-400 mit 133 Passagieren und sieben Crew-Mitgliedern an Bord geriet offenbar unmittelbar vor der Landung in Yogyakarta auf Java in Schwierigkeiten. Überlebende berichteten von Explosionen und Rauch an Bord.
Die Maschine setzte hart auf und schoss über die Landebahn hinaus, ehe sie in einem Reisfeld zum Stehen kam und in Flammen aufging. Wegen der Hitze konnte die Feuerwehr den ausgebrannten Rumpf stundenlang nicht betreten. Dort wurden später 22 Leichen geborgen. An Bord der Maschine befanden sich auch neun australische Regierungsvertreter und Journalisten, die Außenminister Alexander Downer zu einer Anti-Terror-Konferenz nach Jakarta begleitet hatten.
Fünf überlebten, vier wurden Stunden nach dem Unglück noch vermisst, sagte Downer in Jakarta. Er wollte mit seiner Regierungsmaschine nach Yogyakarta fliegen.
„Die Lage ist chaotisch, weil viele Leute mit Krankenwagen und Privatautos in verschiedene Krankenhäuser gebracht wurden“, berichtete der australische Journalist Mark Forbes, der eine frühere Maschine nach Yogyakarta genommen hatte. „Wir hören, dass 93 der 133 Passagiere überlebt haben, aber viele von ihnen sind offenbar ziemlich schwer verletzt.“
Ein Überlebender sagte dem örtlichen Radiosender Elshina, das Flugzeug sei völlig ausgebrannt. Eine Frau schilderte dem Radio, sie habe sich in Panik aus der Maschine retten können, hinter ihr seien aber noch viele Menschen im Flugzeugrumpf gewesen. Ein Passagier sagte einer lokalen Fernsehstation, das Flugzeug habe vor der Landung stark geschwankt: „Wir schossen über die Landebahn hinaus, dann hörte ich eine Explosion und rannte durch einen Notausgang“.
Nach Angaben der indonesischen Luftwaffe war das Flugzeug zu schnell. Die Maschine habe bei der Landung eine zu hohe Geschwindigkeit gehabt und sei über die Landebahn hinausgeschossen, sagte ein Offizier der Luftwaffe.
In den vergangenen Wochen waren mehrere Zwischenfälle gemeldet worden, die die Sicherheit indonesischer Linienflüge in Frage stellten. Am Neujahrstag stürzte über dem Meer eine Boeing 737 der Gesellschaft Adam Air ab. Alle 102 Insassen kamen ums Leben.
