Oö: Tageszeitung Österreich: 926 Feuerwehren sind zu viel – REAKTION

Oberösterreich: Reagiert hat die Tageszeitung „Österreich“ auf den vom 23.1.2007 erschienen Artikel „926 Feuerwehren sind zu viel“. Österreich-Redakteur Gerhard Marschall führte ein Interview mit LBD-STV Fritz Hauer.
Stellvertretender Landes-Feuerwehrkommandant Fritz Hauer lehnt Fusionierung ab:
Keine einzige Feuerwehr zu viel!
Die Feuerwehren wehren sich. Vielfalt und Stärke und nicht Geldverschwendung! Die Gemeinden müssen sparen. Bei den Feuerwehren wäre „sehr viel Geld drin“, sagt Walter Andreaus, der die Gemeinden berät. Er plädiert für Fusionierungen, denn 926 Feuerwehren (Anm. der Redaktion Fire-World: davon 34 Betriebsfeuerwehren und 1 Berufsfeuerwehr) seien einfach zu viel!

Österreich: Herr Hauer, gibt es in Oberösterreich zu viele Feuerwehren?
Hauer: Auf keinen Fall. Ich weise das mit Vehemenz zurück. Es ist keine einzige Feuerwehr zuviel, das hat sich jetzt beim Katastropheneinsatz wieder gezeigt. Der Herr Andreaus hat vom Feuerwehrwesen nicht viel Ahnung!
Österreich:Das ist ja unbestritten, dass die Feuerwehren Großartiges leisten. Aber das andere ist die Organisation.
Hauer: Wenn wir nicht so viele Kameraden hätten, könnten wir solche Einsätze nicht leisten. Und dazu brauche ich jede einzelne Feuerwehr.
Österreich: Aber wird nicht die Einsatzkraft erhöht, wenn man die Kräfte bündelt?
Hauer: Da rechnet man verkehrt. Es gibt heute Betriebe, die ihre Leute während der Arbeit nicht mehr weglassen können. Wenn ich aber in einer Gemeinde fünf Feuerwehren habe, in denen es jeweils 15 bis 20 Aktive gibt, bringe ich den entsprechenden Kader zusammen.
Österreich: Gemeinden kooperieren in diversen Bereichen. Das müsste doch bei den Feuerwehren auch möglich sein?
Hauer: Das kan man im Bauhof machen, bei der Feuerwehr ist das nicht möglich.
Österreich:Warum nicht?
Hauer: Das sind gewachsene Strukturen, die Leute sind stolz auf ihre Feuerwehr. Der Kamerad von der Feuerwehr A geht nicht zur Feuerwehr B. Und einem Freiwilligen kann ich nicht befehlen, dass er wechseln muss.
Österreich: Bei der Ausrüstung ließe sich doch sparen, wenn nicht mehr alles mehrfach angeschafft werden muss?
Hauer: Es ist ja nicht so, dass sich jede Feuerwehr kaufen kann, was sie will. Die Ausstattung ist per Verordnung geregelt, die auf die Gemeinde ausgelegt ist. Ihre Häuser bauen sich die Feuerwehren im Grunde selbst, da arbeiten alle mit. Die Grundausrüstung muss ich sowieso haben. Und der Mann kostet nichts!
Österreich: Fünf, sechs oder noch mehr Feuerwehren in einer Gemeinde sind nicht Ausdruck von Vereinsmeierei?
Hauer: Garantiert nicht. Die Feuerwehren sind ja auch Kulturträger, das muss uns doch etwas wert sein. Gerade in einer Zeit, wo die Leute oft nicht mehr miteinander reden.
Anmerkung von Fire-World: Die Zeitung verstand es wieder geschickt, das Statement von Hauer „Feuerwehren sind Kulturträger, das muss uns etwas wert sein“ optisch herauszuheben und dies sozusagen als „Aufhänger“ zu präsentieren….
Scan des Artikels vom 23.1.2007 (Ausgangsartikel)
Scan des Artikels vom 24.1.2007 (Interview)
