Ktn: Schneechaos in Oberkärnten – 300 Lkw stecken fest
Kärnten: Die auf Grund des heftigen Schneefalls aufgetretenen Probleme auf den Straßen und in der Stromversorgung haben sich in der Nacht zum Mittwoch, dem 24. Jänner 2007, weiter zugespitzt. Hunderte Lkws hängen fest, rund 12.000 Haushalte sind ohne Strom.
Nach wie vor Besorgnis erregend ist die Lage auf der Drautalbundesstraße (B99) zwischen Greifenburg und Berg, wo hunderte Autos und Lkws festhängen. Die Straße wurde bis auf Weiteres für den Lkw-Verkehr gesperrt. Polizisten und Feuerwehrangehörige halfen den Kraftfahrern die ganze Nacht hindurch beim Anlegen von Ketten. Mittwoch in der Früh versorgten Rettungskräfte und Bundesheer-Angehörige die Lkw-Fahrer mit einem Frühstück, für das Bäckereien in Spittal/Drau gesorgt hatten. Während im Osten Kärntens kaum Schnee gefallen ist, versinkt der Westen in bis zu einem Meter Neuschnee. Die Räumfahrzeuge werden der Schneemassen nicht mehr Herr. Ursache für das Verkehrschaos seien „zahlreiche Lkws, die zwar mit Winterreifen ausgerüstet waren und Ketten mitführen, diese aber nicht angelegt hatten und so lange weitergefahren sind, bis nichts mehr ging“, so ein Sprecher der Polizei. Schwere Unfälle mit Verletzten sind bis zur Stunde keine gemeldet worden.
Gesperrt war Mittwoch in der Früh auch die Tauernautobahn (A10) vor dem Wolfsbergtunnel bei Spittal. Seit Einsetzen der heftigen Schneefälle am Vortag war es dort wegen der ansteigenden Fahrbahn immer wieder zu großen Problemen mit ungenügend ausgerüsteten Lkws gekommen. Laut Polizei kam es auch auf der Gailtalstraße (B111) zwischen St. Stefan und Kötschach-Mauthen, der Plöckenpass Straße (B110) zwischen Oberdrauburg und Kötschach-Mauthen sowie auf der Weißenseestraße (B87) zwischen Hermagor und dem Kreuzbergsattel immer wieder zu Behinderungen und Verkehrsunfällen mit Sachschaden durch umgestürzte und die Fahrbahn blockierende Bäume. Laut Angaben der Kelag ist die Stromversorgung in Teilen des Gailtales, Gitschtales, Lesachtales sowie des Oberen Drautales und des Bleiberger Hochtales zum Teil ausgefallen. Überhaupt ohne elektrische Energie waren die Ortschaften am Weißensee sowie im Stockenboier Graben.
Während der Nacht wurden die Schadensstellen lediglich lokalisiert, Reparaturen waren nicht möglich. „Es war viel zu gefährlich, im Wald stürzten dauernd Bäume um“, schilderte Josef Polster von der Kelag die Lage. Man hoffe, bis zum Abend den Großteil der Schäden behoben zu haben. Der Elektrizitätsversorger warnte eindringlich davor, durchhängende oder zerrissene Leitungen zu berühren, da sie noch unter Spannung stehen könnten.
Am späten Abend musste der Bürgermeister der Gemeinde Weißbriach die Evakuierung der Bewohner dreier Wohnhäuser und die Sperre der Gemeindestraße anordnen, weil Gefahr durch umstürzende Bäume drohte. Wenig später wurde die Plöckenpass-Straße auf Höhe des so genannten Mamorbruches durch eine Lawine blockiert. Ein Pkw-Lenker, ein 73-jähriger Pensionist aus Hinterbrühl (Niederösterreich), wurde eingesperrt. Beamte der Polizeiinspektion Kötschach-Mauthen konnten den Mann über den Lawinenkegel unverletzt bergen. In Oberkärnten standen die Nacht über Hunderte Feuerwehrleute, Polizisten und Rettungskräfte im Einsatz. Auch Angehörige des in Spittal/Drau stationierten Bundesheeres halfen mit.
