Ktn: Massenkarambolage im Tunnel – Viele Menschen rannten kopflos herum
Klagenfurt (Ktn): Bei der Massenkarambolage im Ehrentalerberg-Tunnel auf der A2 bei Klagenfurt sind am Freitag, dem 19.1.2007, 13 Menschen verletzt worden. Unfallauslöser war vermutlich eine chemische Flüssigkeit, die ein Gefahrenguttransporter verlor.
Polizei: „Tunnel glich einem Schlachtfeld“
Insgesamt waren 48 Fahrzeuge in den Unfall verwickelt. Gegen 10.40 Uhr kam es in dem unfallträchtigen Tunnel auf der Nordumfahrung der Südautobahn (A2) in Fahrtrichtung Villach zu dem schweren Unfall. „Der Tunnel glich einem Schlachtfeld“, so die Aussagen der Polizei. Dutzende Menschen standen an den beiden Enden des etwa 3,3 Kilometer langen Autobahntunnels – teilweise unter Schock, teilweise glücklich darüber, mit heiler Haut davongekommen zu sein. Das Rote Kreuz organisierte Busse, mit denen die rund 150 Menschen – unter ihnen eine Gruppe rumänischer Reisender – in eine nahe gelegene Kaserne gebracht wurden, um dort versorgt zu werden. An eine Weiterfahrt war für sie schon auf Grund der polizeilichen Erhebungen vorerst nicht zu denken. „Wir haben nach den ersten Meldungen eine Katastrophe befürchtet“, meinte ein Rot-Kreuz-Mitarbeiter. Dass es keine ernsthaften Verletzungen gab, war ihm noch immer unbegreiflich. Angesichts der „ineinander verkeilten“ Autos sprach Notarzt Dieter Kopper von einem „Neujahrswunder“, dass es keine schwer Verletzten oder Toten gegeben habe. Beide Tunnelröhren wurden gesperrt. Im Tunnel selbst standen die Autowracks kreuz und quer herum, quer stehende Sattelschlepper blockierten die Fahrbahn. „Das wird eine sehr komplizierte Bergung“, meinte einer der Polizeibeamten nach dem Lokalaugenschein im Tunnel. Erschwert wurden die Aufräumarbeiten dadurch, dass viele Autofahrer ihre Fahrzeuge versperrt und die Schlüssel aus dem Tunnel mitgenommen hatten. In mehreren Sprachen versuchten die Feuerwehrleute, die Schlüssel einzusammeln. Laut Polizeibericht dürfte ein Gefahrenguttransporter Flüssigkeit verloren haben, die auf die Fahrbahn gelangte. Die Ermittlungen laufen noch, laut Landeschemiker handelt es sich um eine chemische Substanz. Der Sprecher der ASFINAG, Walter Höferl, sagte, dass jetzt die Aufräumarbeiten an vorderster Stelle stehen würden, denn „der Ehrentalerberg-Tunnel ist eine der wichtigsten Verkehrsadern“ der Landeshauptstadt. Nach stundenlangen Aufräumarbeiten wurde der Tunnel um 20.00 Uhr wieder für den Verkehr frei gegeben.
Viele rannten kopflos davon: Wie verhält man sich richtig, wenn es zu einem Unfall im Tunnel kommt? Wichtig: Versuchen, die Ruhe zu bewahren und den Markierungen folgen. Wenn man die Bilder der Tunnelkameras sieht, muss man von einem Wunder sprechen, dass es bei der Massenkarambolage im Ehrentalerbergtunnel nur 13 leicht Verletzte gab. Die Menschen flüchteten im Schock in verschiedene Richtungen und riskierten damit ihr Leben. Martin Kobal ist der Leiter des Kuratoriums für Verkehrssicherheit: „Das Wichtigste in einem solchen Fall ist es, Ruhe zu bewahren. Das ist leicht gesagt, aber es ist das A und O. Wenn ein Unfall passiert, dann das Fahrzeug stehen lassen, die Warnblinkanlage einschalten und das Fahrzeug verlassen. Aber nicht wahllos, sondern sich an den beleuchteten Markierungen orientieren, die zu den Fluchtnischen weisen, und so schnell wie möglich in die Fluchtnischen gehen.“
Läuft man kopflos davon, könne man unter ein nachfolgendes Fahrzeug geraten, sagt Kobal. Es sei in der Realität zwar schwierig, aber man sollte versuchen, ein bisschen Überblick zu bewahren und zu schauen, wohin kann ich sinnvollerweise flüchten. Man könne solche Situationen nicht trainieren. Man könne aus dem Unfall im Ehrentalerbergtunnel aber lernen, die Geschwindigkeit im Tunnel zu reduzieren und vor allem den Abstand zum Vordermann anzupassen.
