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Oö: Explosion in der Chemie Linz riss zwei Menschen in den Tod

Linz (Oö): Eine Explosion auf dem Werksgelände der Agrolinz Melamine International, der ehemaligen Chemie Linz, hat Donnerstagfrüh, 21. Dezember 2006, zwei Todesopfer gefordert. Eine weitere Person wurde schwer verletzt.

Bei den Todesopfern handelt es sich um Mitarbeiter einer Fremdfirma. Wie am Donnerstagnachmittag bekannt gegeben wurde, wurden ein 54-jähriger Mann aus dem Bezirk Perg und ein 38-Jähriger aus dem Bezirk Linz-Land getötet. Im Linzer UKH kämpften die Ärzte in einer Marathon-Operation um das Leben eines weiteren Mannes, der in der Nähe des Kessels mit Laugengemisch stand, als dieser in die Luft ging. Der 23-jährige Leondinger wurde am Donnerstag stundenlang operiert, so Chirurg Nadjat Ghazwinian. Der Patient habe zahlreiche Knochenbrüche an den Beinen und am Becken davongetragen und leide unter massivem Blutverlust, so der behandelnde Arzt. Bei dem Verletzten handelt es sich um einen Mitarbeiter der AMI.

Laut Gerald Kneidinger, dem Pressesprecher AMI Agrolinz Melamine International, kam es während Wartungsarbeiten an der Ammoniakanlage I zu der schweren Explosion. Der Kessel, der normalerweise ein Wasser-Laugen-Gemisch enthält, war für eine Wartung entleert worden. Die zwei Arbeiter wollten im oberen Bereich einen Anschluss in den Tank schneiden. Um 8.18 in der Früh erschütterte plötzlich ein lauter Knall das Werksgelände, ein großes Stück des Behälters flog meterweit durch die Luft. „Es ist kein Ammoniak ausgetreten, die Anlage wurde sofort niedergefahren“, sagte Kneidinger im Interview mit dem ORF-Radio Oberösterreich. Es soll zu keinem Zeitpunkt Gefahr für die Anrainer oder die Umwelt bestanden haben.

Für die zwei Arbeiter bestand von Anfang an wenig Hoffnung. Im Laufe des Vormittags stand dann fest: Beide sind tot. Die Bergung gestaltete sich schwierig. Betriebs- und Berufsfeuerwehr waren stundenlang im Einsatz, um die Verunglückten aus der Anlage zu holen.
Auf dem Werksgelände der AMI soll es aussehen, als ob „eine Bombe eingeschlagen“ hätte, sagte ein Polizist kurz nach der Explosion. Die genauen Umstände, wie es zu der Explosion gekommen ist, sind noch nicht bekannt, ein Expertenteam wurde eingesetzt. Auch die Brandgruppe des Landeskriminalamtes führt weitere Ermittlungen durch.

ORF Oberösterreich

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