Oö: Schiffskollision – Zusammenstoß zweier Frachter auf der Donau
Aschach/Donau (Oö): Zu einem ungewöhnlichen Einsatz musste am frühen Abend des 17. November 2006 die Freiw. Feuerwehr Aschach an der Donau ausrücken. Auf der Donau waren zwei Frachter kollidiert!
Aus unbekannter Ursache rammten einander zwei Wasser-Schwergewichte in Höhe von Aschach bzw. schrammten seitlich aneinander vorbei. Alle beteiligten Besatzungen hatten Glück, es waren keine Verletzten zu beklagen.

Während eines der havarierten Schiffe noch eigenständig in Aschach anlegen und vor Anker gehen konnte, befand sich der zweite Frachter mitten im Gewässer. Aufgrund eines Motorschadens konnte dieser seine Fahrt zum Havarieplatz nicht eigenständig fortsetzen. Zudem lag das Schiff entsprechend tief, so dass auch die Gefahr des Sinkens des Kahns nicht ausgeschlossen werden konnte.

Seitens der Schifffahrtspolizei wurde im Laufe des Abends (gegen 21.00 Uhr) ein weiterer Frachter angehalten. Dieser nahm das noch in der Mitte der Donau liegende Schiff in Schlepptau und brachte es zum Havarieplatz.

Die Aufgaben der Feuerwehren Aschach und der ebenfalls ausgerückten Feuerwehr Landshaag beinhalten die entsprechende Erkundung, das Ausleuchten der Ankerstelle und die div. Absprachen mit der Behörde. Feuerwehrseitig war die Hilfeleistung gegen 21.30 Uhr abgeschlossen.

Der Zwischenfall verlief somit im Verhältnis zu dem, was hätte passieren können, glimpflich. Gleiches gilt für den Schaden: Hoch, hätte aber bedeutend höher sein können!

Update vom 18.11. (ORF-Text)
Menschliches Versagen dürfte am Freitagabend, 17.11.2006, auf der Donau im Bereich von Aschach (Bezirk Eferding) zu der Kollision eines deutschen und eines niederländischen Frachtschiffes geführt haben. Einer der beiden Kapitäne sei alkoholisiert gewesen. Das teilte Reinhard Vorderwinkler von der Schifffahrtsbehörde mit. Bei welchem der beiden Kapitäne der Alko-Test positiv verlief, wollte Vorderwinkler Samstagmittag noch nicht bekannt geben. Im Laufe des Nachmittags würden noch Zeugen befragt, da es von den beiden Schiffsbesatzungen unterschiedliche Darstellungen zu den Vorfällen gebe. Erst danach könne man sich ein genaues Bild über den Unfallhergang machen. Ein technisches Problem könne man jedenfalls mit ziemlicher Sicherheit ausschließen.

Die Eigentümer der beiden Frachtkähne waren am Samstag zur Unglücksstelle unterwegs. Das niederländische Schiff konnte am Freitag noch eigenständig in Aschach anlegen, es sei auf der oberen Seite schwer beschädigt, sagte Vorderwinkler. Es bestehe jedoch keine Gefahr, dass das Schiff sinken könnte. Das deutsche Schiff wurde an der Unterseite schwer beschädigt, es wurde zum Havarieplatz in Goldwörth gebracht. Dort lag es am Samstagnachmittag in leichter Schräglage. Da bereits Wasser in den Rumpf eingedrungen war, versuchte die Feuerwehr am Nachmittag, das Schiff auszupumpen. Danach werde man vermutlich das geladene Getreide umladen. Genaueres müsse aber der Eigentümer entscheiden, berichtete Vorderwinkler. Was mit der Ladung des niederländischen Schiffs passiert – es hatte Soja geladen -, war am Samstag ebenfalls noch unklar. Auch hier warte man das Eintreffen des Eigentümers ab.

„Man muss froh sein, dass bei einer Havarie in diesem Ausmaß keine Menschen zu Schaden gekommen sind“, teilte Vorderwinkler mit. Es sei außerdem ein großes Glück gewesen, dass die Schiffe kein Gefahrgut geladen haben und auch keine nennenswerten Wasserverunreinigungen aufgetreten seien. Ein paar kleinere Ölspuren habe man sofort binden können, es bestehe jetzt aber keine Gefahr mehr, dass weiteres Öl austrete. Der genaue Sachschaden könne noch nicht beziffert werden, er sei aber beträchtlich, berichtete Vorderwinkler.

Zusatz-Info von Fire-World:In der Nacht standen von ca. 23.00 Uhr bis 02.00 Uhr schlussendlich dann nochmals die Feuerwehren Ottensheim, Alkoven, Höflein und Goldwörth beim Havarieplatz in Goldwörth im Einsatz. Die Wehren wurden beauftragt, das Schiff vorsorglich mit einer Ölschlängelleitung einzukreisen, um im Falle eines Ölaustrittes dieses auffangen zu können.

Am Nachmittag des 18.11.2006 standen dann neuerlich die Wehren Goldwörth (bereits seit Vormittag), Gramastetten und Alkoven im Einsatz. Da sich das Schiff am Havarieplatz aufgrund eines rund 1 Meter x 50 cm großen Lecks bereits in Schräglage sowie an der Außenseite des Platzes befand, bestand die Gefahr, dass es ins tiefere Gewässer abrutscht und dort sinkt! So wurde mit Pumpen – unterstützt von angereisten Angestellten der Firma der betroffenen Reederei – das eintretene Wasser abzupumpen. Im Laufe des Nachmittags wurde schlussendlich auch das Leck geortet, dessen Größe rund 1 Meter x 50 cm beträgt.

Die Firma wird nun versuchen, in den Nachtstunden – wo weiterhin Feuerwehrleute unterstützend tätig sein werden – das Leck provisorisch soweit abzudichten, dass das Schiff in die Werft geschleppt werden kann. Aber auch dann ist die Arbeit der Feuerwehr noch nicht erledigt, schlussendlich müssen dann die 150 m Ölsperren wieder abgebaut und gereinigt werden.
FF Aschach
FF Alkoven
FF Landshaag
ORF Oberösterreich
Update 2:
Besonderes Pech hatte die Besatzung des bei der Havarie beschädigte Schiffes aus Deutschland. Das Schwergewicht lag bereits Anfang Oktober dieses Jahres bei Haslau einmal auf Grund.

Das Schiff wurde ca. 01./02.11.2006 durch eine deutsche Bergungsfirma (Keppler & Vitt) mittels aufblasbarer Rollen wieder flottgemacht.

Update 3 – 19.11.2006:
Die Reparaturarbeiten am havarierten, deutschen Schiff konnten bis in die Morgenstunden des 19. November 2006 offensichtlich massiv vorangetrieben werden. So weit, dass es vom Havarieplatz wegfahren bzw. weggeschleppt werden konnte. Die Feuerwehren Goldwörth und Alkoven waren vormittags noch mit dem Abbau der Ölsperren beschäftigt.
