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USA: Vier tote Feuerwehrleute bei gelegtem Buschfeuer in Kalifornien

Kalifornien (USA): Im Südosten Kaliforniens wütet ein Buschbrand, bei dem vier Feuerwehrleute ihr Leben verloren. Das Feuer soll von Brandstiftern gelegt worden sein, die sich zur schnellen Verbreitung der Flammen die böenartigen Winde des wüstenartigen Klimas zunutze machten.

Heftige Winde haben in der Nähe der kalifornischen Wüstenstadt Palm Springs dazu geführt, dass ein durch Brandstiftung verursachtes Feuer sich zu einem unberechenbaren Grossbrand ausweiten konnte. Beim Versuch, zu einem von den Flammen bedrohten Haus vorzustoßen, wurden fünf Rettungskräfte von einer plötzlichen Feuerböe überrascht und eingekesselt. Vier verloren ihr Leben, ein weiterer Helfer liegt mit schweren Verbrennungen im Spital. Einen vergleichbaren Verlust hatte die Feuerwehr zuletzt im Jahr 2001 zu beklagen, als vier Brandbekämpfer im Gliedstaat Washington Opfer eines tückischen Buschbrandes geworden waren. Im vergangenen Jahr hatte die kalifornische Feuerwehr insgesamt neunzehn Todesfälle zu beklagen. Die hohen Verluste werden mit der steigenden Anzahl von Wald- und Buschbränden erklärt; diese gelten auch als eine der Ursachen der globalen Erwärmung.

Todesstrafe für Brandstifter gefordert: Das Feuer sei am Donnerstag kurz nach Mitternacht, 26. Oktober 2006, von Brandstiftern gelegt worden, teilte der lokale Feuerwehrkommandant der Presse mit. Weil Brandstiftung, die den Tod von Menschen zur Folge hat, in den USA als Mord geahndet wird, ist das FBI für die Aufklärung dieses Falls zuständig. Bis jetzt gebe es keine schlüssigen Anhaltspunkte, wer für die Tat verantwortlich sei, sagten die Ordnungskräfte. Zur Ergreifung der Täter wurde eine Belohnung von 100.000 Dollar ausgesetzt. Im Fernsehen beeilten sich entsetzte Kalifornier, die Todesstrafe für den oder die Schuldigen zu fordern. „Wer sich bei Nacht und Nebel mit Gift und Zündhölzern bewaffnet, um unschuldige Bürger zu terrorisieren, verübt das feigste aller möglichen Verbrechen. Solcher Abschaum soll die Höchststrafe erleiden“, sagten Freunde der umgekommenen Feuerwehrleute auf dem Sender Fox News. Angehörige der Berufsfeuerwehr genießen in den USA ein hohes Ansehen. Wer sein Leben im Dienst eines Feuerwehreinsatzes verliert, wird ähnlich getöteten Polizisten und gefallenen Soldaten als nationaler Held betrauert.

«Stay cool» angesichts der Glut: Ein lokaler Ranger beschrieb das ungewöhnliche Erscheinungsbild dieses Brandes so: «Das Feuer läuft buchstäblich Amok. Der Wüstenwind wechselt alle paar Sekunden die Richtung.» Er habe schon viele Wald- und Buschbrände gesehen, aber keine seien mit diesem Teufel von einem Feuer vergleichbar gewesen. Es handle sich um eine äußerst heikle Situation für die Feuerwehrleute, sagte der Ranger. Erst wenn der Wind sich beruhige, sei ans Löschen zu denken. Nach 24 Stunden hatten sich die Flammen auf einer Fläche von rund 40 Quadratkilometern ausgebreitet. Lediglich 5 Prozent des Feuers sind derzeit unter Kontrolle. Rund 700 Personen mussten evakuiert werden. Weitere 400 Bewohner eines mittlerweile rauchgeschwärzten Trailer-Parks sind vom Feuer abgeschnitten. Aufgrund der blockierten einzigen Zugangsstraße, die von den Fahrzeugen der über 1500 Löscheinheiten in Beschlag genommen wird, können sie vorläufig nicht aus dem Bannkreis des Feuers gelangen. Die Leute seien zwar gestresst, aber nicht in direkter Gefahr, vermeldete der Kommandant der Einsatztruppen. «Stay cool», habe er den Eingeschlossenen empfohlen.

Neue Züricher Zeitung

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