Oö: Feuerwehren nun auch als Obstpflücker?
Oberösterreich: Mehrere Tausend Tonnen Mostobst verfaulen pro Jahr in Oberösterreich – die Äpfel und Birnen werden von den Bauern vielerorts einfach nicht geerntet. Die Politik zeigt dafür Verständnis, Fruchtsaftproduzent Pfanner sieht das anders.
ostobst im Wert von bis zu zwei Millionen Euro verfault heuer auf Oberösterreichs Streuobstwiesen, schätzt Hermann Pfanner, Geschäftsführer von Pfanner Getränke in Enns. Die Äpfel und Birnen würde das Unternehmen dringend benötigen. Denn nun muss vermehrt Ware aus anderen Bundesländern und auch aus dem Ausland zugekauft werden. Den Bauern macht Pfanner keinen Vorwurf – seiner Meinung nach kommen viele wegen des großen Arbeitsaufwandes auf dem Hof ganz einfach nicht mehr dazu, auch noch Obst zu klauben.
Pfanner schlägt daher vor: „Feuerwehren oder Vereine könnten helfen“
„So etwas könnte über Vereine oder Feuerwehren funktionieren. Die Vereinskassen könnten so um 3.000 bis 4.000 Euro aufgebessert werden.“
Bei Agrarlandesrat und Feuerwehrreferent Josef Stockinger (ÖVP) stößt er damit auf taube Ohren. „Für mich ist das der falsche Zugang. Wenn der Preis so schlecht ist, dass man nur einen schlechten Stundenlohn hat, dann ist das auch für Feuerwehren und Vereine keine Lösung. Am besten wäre, wenn es pro Kilo ein paar Cent mehr geben würde.“ Denn schuld am Liegenbleiben von Obst sind laut Stockinger die zu niedrigen Preise – was wiederum Pfanner zurückweist: Die Preise seien marktüblich und würden heuer sogar bis zu 30 Prozent über dem Vorjahresniveau liegen. Zur Veranschaulichung: Pro Tonne Mostobst bekommt ein Landwirt durchschnittlich 80 bis 100 Euro.
