Schweiz: Sechs Tote bei Verkehrsunfall in Viamala-Tunnel
Schweiz: Nach dem schweren Unfall mit sechs Toten und sechs Verletzten im Viamala-Tunnel der A13 werden am Sonntag früh, 17. September 2006, zwei Personen weiterhin vermisst. Der Autobahntunnel zwischen Thusis und Andeer bleibt längere Zeit gesperrt.
Am Sonntag um 9 Uhr hat Martin Schmid, im Bündner Regierungsrat zuständig für die Justiz-, Polizei- und Sanitätsdirektion, im Beisein von Medienvertretern den Tunnel begangen. Am Samstag, 16. September 2006, um 13.15 Uhr war ein Personenwagen in dem Tunnel in den entgegenkommenden Bus einer Hockey-Mannschaft zusammengeprallt. Nach ersten Erkenntnissen kam es zur Katastrophe, nachdem sich bei einem Fahrzeug, das dem Bus entgegen kam, ein Rad gelöst hatte.
Ein folgender Personenwagen stieß mit dem Bus zusammen, weil dessen Lenker offenbar dem Hindernis ausweichen wollte. Der Bus und der Personenwagen sowie ein drittes Fahrzeug fingen sofort Feuer. Im Bus sassen 23 Sportler des Eishockeyklubs GDT Bellinzona. Die Vermissten gehörten zu ihnen. Sie waren unterwegs zu einem Erstliga- Match in Uzwil im Kanton St. Gallen.
Wie die Polizei am späten Samstagabend mitteilte, wurden drei Todesopfer außerhalb der Fahrzeuge auf der Tunnelfahrbahn aufgefunden. Zwei Personen wurden kurz vor dem Südportal angetroffen und ins Freie gebracht. Eine der beiden verstarb noch am Unfallort. Es war nicht bekannt, wie viele Insassen der involvierten Fahrzeuge sich aus dem Tunnel retten konnten.
Augenzeugenbericht
Der Sportdirektor der betroffenen Mannschaft, Fernando Mozzini, der neben dem Buschauffeur sass, schilderte den Unfallhergang wie folgt: Der korrekt in Richtung Norden fahrende Bus sei frontal mit einem entgegenkommenden Personenwagen zusammengestossen. Dieses Auto sei möglicherweise einem auf der Fahrbahn liegenden Gegenstand ausgewichen oder habe selber etwas verloren. Der Car sei danach seitlich an die Tunnelmauer geprallt und während rund 30 Metern der Mauer entlang weitergeschlittert. Dabei sei das Feuer ausgebrochen. Danach seien die Insassen aus dem Fahrzeug gesprungen und zum Nordportal des Tunnels gerannt. Er selber habe während der Flucht aus dem Tunnel vier bis fünf Explosionen gehört, sagte Mozzini.
Nach seinen Angaben wurden zwei der Opfer im beteiligten Personenwagen gefunden. Eine Person sei erst gestorben, als sie schon aus dem Tunnel geflüchtet sei. Offenbar befanden sich neben dem Bus und dem Personenwagen auch zwei Wohnwagen und zwei Sattelschlepper im Tunnel. Neben der Feuerwehr und der Ambulanz wurden auch Mitglieder des Care Teams Grischun an den Unglücksort aufgeboten.
Die San-Bernardino-Autobahn wurde in beiden Richtungen für den Verkehr gesperrt. Der Viamala-Tunnel liegt auf dem Gemeindegebiet von Zillis und ist laut Angaben des Bundesamts für Strassen 742 Meter lang. Der Tunnel wurde im Dezember 1967 in Betrieb genommen.
