Nö: Hochwassereinsätze in Tribuswinkel
Tribuswinkel (Nö): Die ergiebigen Regenfälle, die schon in der Nacht auf Montag (7.Aug.2006) begonnen hatten, führten am Montagabend zu einem immer dramatischeren Anstieg der Schwechat, auch im Ortsgebiet von Tribuswinkel.
Bereits um 18:00 Uhr trafen einige Kameraden im Feuerwehrhaus zusammen, in regelmäßigen Abständen rückte man aus, um über den stetigen Anstieg der Wassermassen im Bilde zu sein.
Etwa gegen 23:00 Uhr sorgte ein Stromausfall in der Schafflerhof- und in der Tattendorfer Siedlung für Ausehen. Offensichtlich war im Bereich der Schwechat ein ausgeschwemmter Baum auf eine Hochspannungsleitung gefallen. Aus der Ferne war das durch ein helles, orangefarbenes Leuchten zu erkennen.

Nachdem auch um Mitternacht keine Entspannung in Sicht war, begann man an besonders gefährdeten Stellen, wie beispielsweise der Linken Ufergasse und im Bereich nahe der Weißen Brücke, mit dem Stationieren von Sandsäcken. Hierzu kam Unterstützung von der Stadtgemeinde und der Feuerwehr Möllersdorf.
Etwa gegen 2:15 Uhr war es dann soweit. Die prekäre Situation erforderte das Alarmieren der gesamten Feuerwehr Tribuswinkel. Binnen weniger Minuten rückten die Kameraden an, um aus den schon vorbereitenen Sandsäcken Barrieren und Dämme gegen die drohenden Wassermassen zu schaffen.
Noch wenige Zentimeter hatte die Schwechat noch Platz, als sich im Tribuswinkler Abschnitt eine Trendwende abzeichnete. Langsam begann der Pegel der Schwechat in Tribuswinkel wieder zu sinken. Als Höchstwert waren bei der Schwarzen Brücke 2,80 m gemessen worden.

Gegen 5:00 Uhr waren die Nachbereitungarbeiten beendet und die Feuerwehr rückte wieder ein, die Katastrophe war gebannt.
Die Ruhe währte aber nur von kurze Dauer. Der Wasserpegel war zwar von einem bedrohlichen Wert wieder in weite Ferne gerückt, doch die Schwarze Brücke musste die Last einer sehr schweren Verklausung tragen. Bis zu 15 Meter lange Baumstämme hatten die Brücke in ihrer gesamten Breite erfasst.
Um 8:39 Uhr wurde dann die Feuerwehr Tribuswinkel alarmiert, nachdem einige besorgte Anrainer die Situation an die Bezirksalarmzentrale gemeldet hatten. Um im Falle eines erneuten Anstieges der Schwechat eine Schaden an der Brücke zu verhindern, musste die gesamte Verklausung beseitigt werden.
Einige Stunden kämpften die Kameraden mit Seilwinde und Kettensäge gegen den unerwünschten „Damm“ und Holz und Pflanzenteilen an.

Bei den Aufräumarbeiten an der Schwarzen Brücke wurde die Feuerwehr Tribuswinkel auch von der Feuerwehr Möllersdorf mit dem Kran am neuen Wechselladefahrzeug unterstützt. Ohne dieses Fahrzeug wäre die Arbeit sicher wesentlich komplizierte und aufwändiger zu bewältigen gewesen.
Da man jedoch gegen die teils tonnenschweren und im Flussschotter verankerten Bäume nicht ankam, wurde Unterstützung von Österreichischen Bundesheer angefordert. In kurzer Zeit traf ein Bergepanzer des PzAB9 aus der nahen Martinekkaserne ein. Für diesen waren die großen Baumstämme kein Problem. Nach wenigen Stunden waren alle Verklausung beseitigt und Soldaten und Feuerwehrmitglieder konnten wieder einrücken.
