Wien: Gasgebrechen – Familie aus Wohnung geflüchtet
Wien: Ein Sechsjähriger und seine Eltern mussten am Freitag, dem 21. Juli 2006, wegen eines Gasgebrechens aus ihrer Wohnung in Wien-Margareten flüchten. Die Feuerwehr will die Hitze als Grund nicht ausschließen. Es war nicht der einzige derartige Fall an dem Tag.
Die Familie in Margarethen bemerkte den Gasdefekt, als die Ehefrau in der Dusche zusammenbrach. Auch ihr Ehemann und der Sohn litten laut Feuerwehr schon unter Übelkeit und Kopfschmerzen. Schuld an dem Vorfall war vermutlich ein Leck an der Gastherme. Die Familie flüchtete aus der Wohnung in der Siebenbrunnenfeldgasse und wartete auf die Feuerwehr. Die Helfer versorgten Eltern und Kind mit Sauerstoff. Sie wurden ins Spital gebracht.
Die Feuerwehr registrierte im Badezimmer einen CO-Wert von 500 ppm. Bereits ab 400 ppm spricht man von extremer Belastung, die zu Bewusstlosigkeit und schweren Schäden führen kann. Die Untersuchung ergab auch, dass kaum Abgase durch den Rauchfang abgeführt wurden.
Die Feuerwehr musste am Freitag auch noch zwei weitere Male wegen CO-Unfällen mit Durchlauferhitzern und Gasthermen ausrücken, mehrere Menschen erlitten Vergiftungen. Schuld an dem gehäuften Auftreten solcher Vorfälle könne laut der Feuerwehr auch die Hitze sein. Zwar dürfe gut gewarteten Geräten auch die Hitze nichts anhaben, so der Experte der Feuerwehr. Die extremen Temperaturen könnten jedoch dazu beitragen, dass „kein ordentlicher Abzug im Rauchfang gewährleistet ist“. Wenn die Luft im Rauchfang wärmer sei als die Abgase der Geräte, komme es zum gefährlichen Rückstau.
Auch am Alsergrund in der Leopoldstadt gab es zwei Gasunfälle mit Verletzten. So musste am Freitag auch in der Thurngasse am Alsergrund ein junges Paar von der Rettung mit CO-Vergiftungen ins Spital gebracht werden. Auslöser war ein Durchlauferhitzer. Die Frau war nach Hause gekommen, hatte ihren Mann benommen vorgefunden und Alarm geschlagen.
Einen weiteren CO-Unfall mit einem Verletzten gab es in der Unteren Augartenstraße in der Leopoldstadt. Dort war eine Gas-Kombitherme in Betrieb genommen worden. Kohlenmonoxid ist ein farb- und geruchloses, brennbares Gas. Im schlimmsten Fall ist eine Vergiftung tödlich.
