Oö: Streit um Sicherheitszentrum für die Welser Messe
Wels (Oö): Polizei, Rotes Kreuz und Feuerwehr brauchen dringend im Messegelände eine gemeinsames Quartier. Das weiß die Politik. Dennoch ist jetzt ein Streit entbrannt.
2002 forderten VP-Polizeigewerkschafter erstmals ein Sicherheitszentrum und präsentierten die Wünsche der Blaulichtorganisationen. Die Unterbringung in der Halle 1 ist für die Exekutive eine Zumutung. Für 25 Kollegen gibt es ein Damen- und ein Herren-WC. „Wir machen Einsatzbesprechungen im Freien oder im Vorraum“, sagt Polizeichef Klaus Hübner.
Weil sich seit 2002 nichts verändert hat, wollte die VP im Gemeinderat diskutieren. Doch die SP-Mehrheit versagte die Dringlichkeitsdebatte.
Vizebürgermeister Bernhard Ploier will mehr: „Die Großübung Zeus 2005 hat bewiesen, dass wir auch ein gemeinsames Katastrophenschutzzentrum brauchen.“ Dahinter stehen auch die Helfer. „Die Sicherheit der Messebesucher ist das Wichtigste“, sagt Rotkreuz-Mann Günter Hupfer. „Dass bei Großkatastrophen eine gemeinsame Zentrale Sinn macht, ist aber definitiv klar.“
Bürgermeister Peter Koits will das nicht: „Die mit modernen Mitteln ausgestattete Einsatzleitstelle ist bei der Feuerwehr.“ Kommandant Franz Humer bestätigt: „Das hat sich grundsätzlich bewährt, wenn der Gefahrenschwerpunkt bei der Feuerwehr lag. Bei Großkatastrophen wie Kaprun macht eine gemeinsame Führung für Polizei, Rotes Kreuz und Feuerwehr Sinn – auch als zentrale Anlaufstelle für Betroffene. Denn überall muss das Tagesgeschäft ohne große Einschnitte reibungslos weitergehen.“
Heute, 23. Juni 2006, empfängt Messedirektorin Brigitte Dallinger Hübner, Humer und Hupfer, um deren Anliegen zu hören. Sie hält das Messehaus als Blaulicht-Zentrum geeignet, wenn die Verwaltung in die neue Messehalle umsiedelt. Das glaubt im Gegensatz zu Vize Ploier auch der Bürgermeister.
