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Sturm fegt über Mitteleuropa – Todesopfer in Deutschland

Mitteleuropa: Über Deutschland, Frankreich und die Schweiz ist am Samstag, dem 20. Mai 2006, ein Sturm gefegt. In Deutschland kam bei dem Unwetter mit orkanartigen Böen eine Person ums Leben. In Bern wurden zwei Frauen durch eine Hollywoodschaukel verletzt.

Die beiden Frauen in Bern sassen auf einer Bank, als die Schaukel auf der Terrasse über ihnen von einer Windböe erfasst und in die Tiefe gerissen wurde, wie die Polizei mitteilte. Sie wurden von der Schaukel getroffen und mussten ins Spital gebracht werden. Ihre Verletzungen sind laut der Polizei aber nicht gravierend.

In Deutschland wurden bei dem Unwetter mehrere Personen leicht verletzt. Zu einem Unfall mit Todesfolgen kam es in Niedersachsen: Ein Mann wurde von einem umstürzenden Baum erschlagen.

Feuerwehren im Dauereinsatz: Orkanartige Böen und starker Regen richteten auch in Mittel- und Nordhessen sowie in Nordrhein-Westfalen Schäden an. Es kam zu Verkehrsbehinderungen auf Strassen und im Bahnverkehr. Umgeknickte Bäume, abgerissene Äste und umherfliegende Dachziegel sorgten mancherorts für Chaos. So wurde allein in Köln die Feuerwehr zu 240 Einsätzen gerufen.
Zwei Grossveranstaltungen in Xanten und Düsseldorf wurden abgesagt oder abgebrochen. In Oberhausen zog eine Windhose durch ein Stadtviertel. Rund 30 Autos wurden beschädigt.

Vor allem auf Nebenstrecken traf es den Bahnverkehr in ganz Deutschland. Zahlreiche Züge hatten Verspätungen. Wie ein Sprecher mitteilte, beschädigten an zahlreichen Stellen umgestürzte Bäume die Oberleitungen. Ein ICE blieb zwischen Dortmund und Hamm nach einem Oberleitungsschaden liegen.

Auch in Paris tobte ein heftiger Sturm. Dort mussten der Tuilerien-Garten und die Museen Orangerie und Jeu de Paume im Louvre-Park geschlossen werden. Die Feuerwehr hatte in der Region um Paris innerhalb von zwei Stunden 318 Einsätze. Auch in anderen Landesteilen Frankreichs, etwa in der Normandie, stand die Feuerwehr am Nachmittag im Dauereinsatz.

Während in Deutschland und Frankreich die Windgeschwindigkeiten auch im Flachland über 100 Kilometer pro Stunde erreichten, wurden im Mittelland in der Schweiz zwischen 55 und 80 Kilometer pro Stunde gemessen, wie es auf Anfrage bei MeteoSchweiz hiess.

Ganz im Norden und in den Bergen blies der Wind auch in der Schweiz mit Sturmstärke: Auf dem Napf wurden 119,5 Kilometer pro Stunde gemessen, auf dem Chasseral 115 und in Basel 90. Im Verlauf des Abends liess der Sturm laut MeteoSchweiz langsam nach.

Neue Züricher Zeitung

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