Rumänien: Hochwasserlage bedrohlich
Rumänien: Das steigende Hochwasser in Rumänien bringt immer mehr Menschen in Bedrängnis. Am Wochenende durchbrach die Donau im Südosten einen Schutzdeich und bedroht nun die 3.000 Einwohner des Dorfes Oltina, berichtete Medien am Sonntag, dem 23. April 2006.
Durch die inzwischen 70 Meter breite Bresche fließt das Donauwasser zuerst in den Oltina-See, an dem die Gemeinde liegt. 130 Familien seien in Gefahr. 70 von ihnen hätten aber inzwischen ihre Häuser verlassen. Der Seespiegel steige um drei bis vier Zentimeter pro Stunde.
Entlang der 1.050 Kilometer langen Donau auf rumänischem Gebiet gab es 60 stark gefährdete Abschnitte, an denen Deiche aufgeweicht und beschädigt sind. Die Donau führt doppelt so viel Wasser wie normalerweise im April. Bisher mussten rund 6.000 Rumänen ihre Häuser verlassen. Vom Hochwasser betroffen sind nach Angaben 148 Ortschaften. 848 Häuser wurden überschwemmt, mehr als 200 völlig zerstört.
Auch im Osten Ungarns bleibt trotz zurückgehenden Hochwassers die Lage angespannt. Zwar sei es es in der Nacht auf Sonntag gelungen, den Riss im Damm des Körös-Flusses auszubessern, sagte ein Sprecher des Katastrophenschutzes. Trotz der Verstärkung des Dammes mit Stahlplatten sei das Risiko noch immer sehr groß.
Wegen des drohenden Deichbruches war am Samstag mit der Evakuierung dreier Dörfer in der Region begonnen worden. Von den insgesamt 4.500 Bewohnern von Szeleveny, Csepa und Tiszasas wurden nach Angaben des Katastrophenschutzes bis Sonntagmittag 1.604 evakuiert.
