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Nö: 500.000 Sandsäcke gegen neuen Dammbruch

Gänserndorf (Nö): Die Hilfe aus Tschechien mit der Zusage, 24 Stunden lang aus Auffangbecken kein Wasser in die March abzulassen sowie leicht sinkende Pegel sorgten am 6. April 2006 für eine Entspannung im nö. Hochwassergebiet.

Der neue Landesfeuerwehrkommandant Josef Buchta konnte eine bilaterale Kooperation mit Tschechien vereinbaren. Diese lassen aus den Auffangbecken im Raum Breclav (Lundenburg) 24 Stunden lang kein Wasser mehr ab. Damit wurde den knapp 1500 Einsatzkräften in Niederösterreich Zeit gegeben, die durchweichten March-Dämme weiter zu stabilisieren – vorausgesetzt, dass keine weiteren Niederschläge kommen. Im Katastrophengebiet wurden bereits 500.000 Sandsäcke deponiert. Beim Weidenbach-Damm in Zwerndorf „schaut es gut aus“, sagte Feuerwehrsprecher Jörg Würzelberger von den Sicherungsarbeiten. Es sei nicht auszuschließen, dass die Bewohner des Ortes schon demnächst in ihre Häuser zurückkehren können.

Mobiler Damm: Großes Augenmerk wurde der für die Gasversorgung in der Region zuständigen Regelstation Baumgarten geschenkt. Um einer Überflutung vorzubeugen, wurden in der Nacht Wellenbrecher aus Holzkisten und ein mobiler, wasserbefüllter Damm in einer Länge von 500 Metern aufgebaut. Zum Schutz der Marchgemeinden sind nach Ansicht des WWF 1500 Hektar neue Retentionsräume notwendig. Als Retentionsflächen, die das Hochwasser binden können, sind Auwälder, Altarme und Wiesengebiet ideal. Mit dem Naturreservat March-Auen besitzt der WWF selbst einen solchen wertvollen Retentionsraum mit 1000 Hektar Fläche. Damit werde die Stadt Marchegg wirksam vor Überschwemmungen geschützt.
Die Organisation appellierte an Politiker von Bund und Land, die gegenseitigen Schuldzuweisungen zu beenden, und schlug für Mai einen Krisengipfel zur Hochwasservorsorge vor.

Anlaufstelle: Da längerfristige Hilfe für die Hochwasseropfer im Marchgebiet erforderlich sein wird, hat die Caritas der Erzdiözese Wien ein eigenes Hochwasserbüro in der Pfarre Dürnkrut eingerichtet, das ab heute geöffnet ist. Die Caritas setzt in Dürnkrut Sozialberater und Psychologen ein, die Öffnungszeiten richten sich nach den Bedürfnissen der Bevölkerung.
Derzeit wird von Mitarbeitern in den betroffenen Gebieten erhoben, was die Menschen konkret brauchen. Die Caritas leistet auch unmittelbare Überbrückungshilfe. Für Spenden wurde bei der PSK ein Konto eingerichtet: Kontonummer 7.700.004, BLZ 60.000.

Oö. Nachrichten

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