Mix

Hochwasser Niederösterreich – Die lange Nacht der Helfer

Dürnkrut (Nö): 1.200 Helfer sind entlang der March im Hochwassergebiet im Einsatz. Der Schwerpunkt liegt nach dem Dammbruch in Dürnkrut. Der ORF hat die dortige Einsatzzentrale besucht, von wo aus die Hilfe koordiniert wird.

„Nicht gezagt und nicht zurück, den Mut’gen Glück“. Dieser Spruch hängt unübersehbar an der Wand der Einsatzzentrale. Daneben geografische Karten, große Listen mit Einsatzplänen, die Handys läuten, der Funk geht, die Notebooks sind im Dauereinsatz. Das Team hat hier die ganze Nacht zugebracht, wie Günther Plasaunig, der Verbandsoffizier des Militärkommandos: „Man muss ständig präsent sein. Es kann aufgrund der Situation jederzeit etwas passieren. Es sind Erkundungstrupps in Zwerndorf und im Norden um die Situation bei Tageslicht zu beobachten“.

Pumpen liefen über Nacht weiter: Einer der die letzten Nächte durchgemacht hat, ist Brandinspektor Roland Teibel von der Feuerwehr.„Wir versuchen, die Pumpen nachtsüber in den Orten weiterlaufen zu lassen. Ich habe diese Woche Urlaub und verbringe ihn im Stab von Dürnkrut“. Warum sich Teibel das antut? „Die Freiwillige Feuerwehr ist ein Hobby und manchmal wird dieses Hobby zum Nebenberuf“.

Dämme wurden ständig patrouilliert: Christian Schantl von der Feuerwehr Deutsch-Wagram patrouillierte die ganze Nacht an den Dämmen: „Das Wasser ist zurückgegangen, um ungefähr einen Zentimeter pro Stunde. Es ist nicht alles dicht, immer wieder muss Wasser zurück gepumpt werden, aber es sieht schon besser aus“.

„Chef ist auch bei der Feuerwehr“: Für ihn ist es einfach, seine Tätigkeit für die Freiwillige Feuerwehr mit dem Beruf zu vereinbaren. „Ich bin Rauchfangkehrer, mein Chef ist auch bei der Feuerwehr. Dadurch hab ich’s ein bisschen leichter, wenn ich mal wegmuss“. In der Bevölkerung wird das akzeptiert: „Wenn ich Termine habe und etwas später komme, weil ich in der Nacht da bin, sagen die Leute: Kein Problem. Wir akzeptieren das. Es könnte uns auch treffen. Und wir sind froh, wenn rundherum die Leute kommen und uns helfen“.

Tipp der Polizei: „Viel Kaffee“:
Neben dem Bundesheer und der Feuerwehr sitzen Vertreter der Polizei in der Einsatzzentrale. Auch sie waren die ganze Nacht da, sagt Chefinspektor Georg Muter. Wie hat er es geschafft, die ganze Nacht wach zu bleiben? „Mit viel Kaffee“ lautet die lakonische Antwort des Polizisten.

Reportage von Michael Koch für Radio Niederösterreich.

ORF Niederösterreich

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert