Technisch

Oö: Einsatznachlese 07. bis 11. Februar 2006 der FF Hallein

Schneelast auf Halleins Dächer bedeutete Dauerstress für die Feuerwehr!

Die Neuschneemengen zu Wochenbeginn und die bereits vorhandenen Schneelasten auf den Dächern bescherten der Freiw. Feuerwehr der Stadt Hallein wiederum einiges an Arbeit.

Die Einsatzserie begann am Dienstag dem 07. Februar als Passanten eine akute Einsturzgefahr (lt. Angaben wird die Fassade bereits nach außen gedrückt) bei einem Haus in der Gamperstrasse meldeten. Darauf hin erfolgte Gesamtalarm für die Feuerwehr Hallein Hauptwache durch die BAWZ Tennengau.

Als die ersten Einsatzkräfte anrückten, war das Staunen der Hausbesitzerin groß, denn die Fassade dieses Einfamilienhauses welches vor Jahrzehnten errichtet wurde, weist schon immer eine Neigung nach vorne auf. Danach ging es Schlag auf Schlag. Mittlerweile brach der späte Nachmittag an und wir bekamen seitens der Stadtgemeinde die Alarmmeldung, dass das Dach des Keltenmuseums von den Schneemengen befreit und die Dachkonstruktion abgestützt werden muss. Darauf hin erfolgte der Befehl von OFK BR Otto Miller den Löschzug Bad Dürrnberg zu alarmieren, um genügend Kräfte vor Ort zu haben. Der nächste Einsatzbefehl ließ nicht lange auf sich warten und so musste eine Mannschaft auf die Pernerinsel zum Abschaufeln eines ca. 50 Meter langen Carports unter dem noch einige Fahrzeuge abgestellt waren abrücken. Hier bog sich die Holzkonstruktion schon bedenklich durch und somit musste sofort gehandelt werden.

Weiters wurde an diesem Tag noch die Tribüne der Sportanlage des 1. FC Hallein und das Dach des Seniorenheims begutachtet, in beiden Fällen war jedoch kein Einsatz für die Feuerwehr erforderlich.

Der 08.02. also Tag 2 unserer Schneeeinsätze begann mit kleineren Hilfeleistungen wie Drehleiterbeistellungen und Gerätetransporten auf Dächern mit dem Kran unseres Rüstfahrzeuges. Wiederum mussten vom diensthabenden Bereitschaftsoffizier BI Max Brandauer und OFK BR Miller
zahlreiche Privatobjekte angefahren werden, wobei jedes mal aufgrund eher geringer Schneemengen kein Einsatz notwendig erschien. Um 17:00 Uhr wurden alle fünf Bereitschaftsgruppen von der BAWZ Tennengau alarmiert, um verschiedenste Gemeindeliegenschaften von den Schneelasten zu befreien. So musste ein Teil des Krankenhauses, Abschnitte der Volksschule Burgfried, die Turnhalle des Polytechnischen Lehrganges und das Haus Mirijam abgeschaufelt werden. Teilweise wurden sogar Schneefräsen und Schneehexen mit dem Kran unseres schweren Rüstfahrzeuges auf die Objekte gehievt.

Am 09. Februar glaubte man schon fast es sei alles vorbei. Der Irrtum war aber groß. Unter Tags wurden wieder kleinere technische Einsätze abgewickelt. In den Abendstunden wurde von OFK Vigaun OBI Daniel Toferer die Bitte um Unterstützung mit Mannschaft und Gerät (DLK 23-12) an uns herangetragen, gemeinsam mit den Kräften aus Bad Vigaun das Flachdach vom Restaurantbereich des dortigen Kurzentrums frei zu schaufeln. Selbstverständlich wurden wir auch hier tätig und halfen unseren Vigauner
Kameraden, die selber schon Stunden und Tage im Einsatz standen. Auch der Löschzug Bad Dürrnberg rückte an diesem Abend in seinem Einsatzgebiet zur Emco Privatklinik zu einem Schneeräumeinsatz aus – was sonst.

Tag 3 – Freitag 10.02.:
Bereits in den frühen Morgenstunden wurde die diensthabende Bereitschaft 4 zur Post Zustellbasis alarmiert, der Schneedruck am Flachdach sei zu hoch,
erste Risse am Mauerwerk seien schon zu erkennen, so lauteten die ersten Meldungen. Die Verantwortlichen der Post ließen darauf hin das Gebäude räumen, eine Firma wurde beauftragt den Schnee vom Objekt zu entfernen.
Dieser Freitag wurde jedoch zum Großkampftag der Halleiner Feuerwehrleute. Laut einem Statiker sind die Schneemengen die am Krankenhaus Hallein lasten derartig groß, dass „Gefahr in Verzug“ bestand. Genau zur Mittagszeit mussten die ersten Bereitschaftsgruppen mittels Personenrufempfänger alarmiert werden. Dieser Einsatz galt nicht nur als schwierig und kraftraubend, denn 70% der Dachfläche musste abgeschaufelt werden, sondern auch als gefährlich. Sämtliche Kräfte die im vorderen Bereich des 5
stöckigen Gebäudes mit Blechdach und leichter Neigung arbeiteten mussten gesichert werden. Darauf hin wurden die restlichen Bereitschaftsgruppen und der Löschzug Bad Dürrnberg durch das bereits gewohnte Signal unserer
Personenrufempfänger alarmiert. Nach fast 7 Stunden schweißtreibender und wie bereits erwähnt gefährlicher Arbeit konnten die letzten Kräfte die Schneeschaufeln für diesen Tag bei Seite geben und das Dach verlassen.

Von Wochenend- bzw. Samstagsruhe konnte man konnte man auch am 11. Februar nicht gerade sprechen. 15 Mann der Hauptwache unterstützten selbstverständlich die Kameraden des Löschzuges Bad Dürrnberg, um Dächer bei denen „Gefahr in Verzug“ herrschte abzuschaufeln.

Im Zeitraum vom 07. bis 11. Februar 2006 musste die Feuerwehr der Stadt Hallein – Hauptwache zu insgesamt 38 Einsätzen ausrücken. An den Großkampftagen Dienstag, Mittwoch und Freitag standen durchschnittlich 50 Männer und Frauen der Hauptwache mit Unterstützung des
Löschzuges Bad Dürrnberg unter der Führung von Bereitschaftsoffizier BI Max Brandauer und Ortsfeuerwehrkommandant BR Otto Miller mit sämtlichen
Fahrzeugen im Einsatz.

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