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Nö: Krisenkommunikation in der Nö. Landes-Feuerwehrschule

Bezirke Amstetten und Neunkirchen (Nö): Am 1. und 2. Februar 2006 nahmen die Bezirke Amstetten und Neunkirchen am Krisenkommunikationsseminar teil.

Bereits zum siebenten Mal hat das Land NÖ VertreterInnen der Behörden und der Einsatzorganisationen zu einer Ausbildung mit dem Titel „Krisenkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit“ in die Landes-Feuerwehrschule nach Tulln eingeladen.
Geladen sind Feuerwehr, Rotes Kreuz, Arbeiter Samariter Bund, Bergrettung, Polizei, Bezirkshauptmannschaften, Zivilschutzverband, Bundesheer und auch VertreterInnen der psychologischen Betreuungsdienste sowie der ökumenischen Notfallseelsorge.

Krisen wie Katastrophen sind Bewährungsproben der Gesellschaft, der zur Bewältigung zuständigen Behörde und der politisch Verantwortlichen. Demgemäß ist ein dauernder und abgestimmter Kommunikationsprozess aller beteiligten Partner notwendig. Aufgrund der Komplexität der Materie wurde dieser Bereich ausbildungstechnisch aus der schon bestehenden Stabsausbildung herausgenommen und separat behandelt.

Landesrat DI Josef Plank hat sichergestellt, dass auch diese Ausbildung im integrativen Ansatz, d.h. unter Einbindung aller im Bereich des Katastrophenschutzes tätigen Organisationen (Feuerwehr, Rotes Kreuz, Arbeiter Samariter Bund, Bergrettung, Exekutive, Bundesheer,
Zivilschutzverband) ausgearbeitet wurde, aber auch umgesetzt wird. So bringen Referenten aus den verschiedensten Organisationen ihre langjährigen Erfahrungen in die Ausbildung mit ein.

Am zweitägigen Ausbildungsmodul selbst nimmt in der Regel der Behördenleiter mit seinen vertrauten Bezirkskommandanten der Einsatzorganisationen gleichzeitig teil, um bereits während der Schulung Synergien nutzen zu können, die im Einsatzalltag benötigt werden.

Die Lehrinhalte umfassen das schadensmindernde Kommunizieren einer heiklen Lage, um neben den persönlichen, materiellen und immateriellen Schäden auch Fehlentwicklungen wie Angst und Panik, ausgelöst durch Unwissenheit und Falschinformation, mittels klarer und zielgerichteter Information entgegenzutreten. Daneben gilt es ethische und moralische Standards in der Kommunikation hoheitlichen Handelns zu betonen, die sich an der außergewöhnlichen Belastung der Krisen-Betroffenen orientiert.
Da jede Krise aber auch realpolitische Auswirkungen hat und die unmittelbare Stabilität einer Region oder auch eines ganzen Landes bedrohen kann wird auf das frühe Erkennen (Frühwarnsystem) großer Wert gelegt.

So werden auch Entwicklungen von Krisen ohne professionelle Krisenkommunikation aufgezeigt:
* nachhaltige gesellschaftspolitische Verunsicherung
* wirtschaftliche Destabilisierung
* nationale und internationale Image- und Vertrauensverluste
* politische Veränderung
* Eskalation in allen Bereichen

Um dieses Gefährdungspotential im Katastrophenfall zu senken, ist loyale und abgestimmte Krisenkommunikation aller Kräfte unter der Leitung des behördlichen Einsatzleiters notwendig. Dieses Ziel ist durch entsprechende Ausbildung aller beteiligten Behörden und Einsatzkräfte zu erreichen.

Höhepunkt der Ausbildung ist ein Planspiel, bei dem der behördliche Einsatzleiter eine in seinem Bezirk realistische Katastrophenlage mit seinem Krisenstab, d.h. in Zusammenarbeit mit den Einsatzorganisationen und unter Zuhilfenahme der erlernten Werkzeuge, bewältigen muss. Als Erfolgskontrolle dient eine vom Krisenstab abgehaltene Pressekonferenz vor laufender Kamera mit anschließender Analyse.

Krisenkommunikation wird damit, den internationalen Standards folgend, als ein zentrales Element der Katastrophenbewältigung auch in NÖ erkannt und auch umgesetzt.

BFK Amstetten

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