Stmk: Konflikt um freiwillige Feuerwehr in Graz
Graz (Stmk): Im November hat der Grazer Gemeinderat eine Petition beschlossen, wonach das Land prüfen soll, ob es in Graz auch eine freiwillige Feuerwehr geben könnte. Beim Katastrophenschutz ist man dafür, die Berufsfeuerwehr zeigt sich skeptisch.
Rechtlich spricht nichts gegen die Einführung einer freiwilligen Feuerwehr zusätzlich zur Berufsfeuerwehr: Das Landesfeuerwehrgesetz erlaubt das, weiß der Leiter der Katastrophenschutzabteilung beim Land, Kurt Kalcher; er ist überzeugt, dass eine freiwillige Feuerwehr für Graz eine Bereicherung wäre. „Aus der Sicht des Katastrophenschutzes kann ich die Bildung einer freiwilligen Feuerwehr zur Ergänzung der Berufsfeuerwehr nur begrüßen. Bei Eintritt einer Katastrophe sind Kräfte der freiwilligen Feuerwehr auch schon in der Vergangenheit eingebunden gewesen und ergänzen die Schlagkraft der Berufsfeuerwehr der Stadt Graz“, so Kalcher.
Für den Chef der Grazer Berufsfeuerwehr, Otto Meisenberger, ist die Einführung einer freiwilligen Feuerwehr in Graz entbehrlich: „Die Einführung würde der Berufsfeuerwehr keinesfalls schaden, ich kann aber auch nicht sagen, dass sie unbedingt notwendig ist.“
Für Meisenberger gehört die Berufsfeuerwehr in die Zentren, die freiwillige Feuerwehr in dünn besiedelte Regionen: „Also wäre es an der Peripherie für Graz denkbar, nicht aber im Kernbereich, und es muss klar sein, dass die Einsatzleitung vor Ort immer bei der Berufsfeuerwehr liegt.“
Einen Aspekt sehen aber alle Beteiligten positiv, dass es nämlich mit einer freiwilligen Feuerwehr auch eine Feuerwehrjugend in Graz geben könnte.
Bis es allerdings so weit sein kann, wird die Grazer Berufsfeuerwehr noch so manchen Brand allein löschen: Der zuständige Referent Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) hat die Petition für eine freiwillige Feuerwehr in Graz noch gar nicht auf seinem Schreibtisch; und wenn er sie bekommt, hat er ein halbes Jahr Zeit, um zu reagieren.
