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Iran: Flugzeug raste in 10-stöckiges Haus: Über 100 Tote

Iran: Der Absturz eines iranischen Militärflugzeugs Dienstagmittag, 6. Dezember 2005, hat nach ersten Angaben mehr als 100 Menschen das Leben gekostet. Über 90 Menschen wurden in Krankenhäuser gebracht.

Der Absturz eines iranischen Militärflugzeugs Dienstagmittag hat nach ersten Angaben mehr als 100 Menschen das Leben gekostet. Über 90 Menschen wurden in Krankenhäuser gebracht. Ein Transporter vom Typ Hercules C-130 war im Süden der Hauptstadt Teheran in ein Wohnviertel gestürzt. Das Unglück ereignete sich nach Angaben des staatlichen iranischen Fernsehens im Bezirk Jaftabad nahe dem Flughafen Mehrabad. Die Angaben, wie viele Personen sich an Bord der Maschine befunden hatten – und damit die Angaben über mögliche Opfer – waren zunächst unterschiedlich. Während erst davon die Rede war, dass rund 90 Menschen an Bord waren, gingen die Behörden später von bis zu 106 Passagieren aus. Gebaut sind Maschinen des Typs für rund 90 Passagiere.

Bei ihnen handelte es sich dem Vernehmen nach vor allem um iranische Journalisten, die über ein Militärmanöver im Süden des Landes berichten sollten. Nach Angaben des Teheraner Bürgermeisters gibt es unter ihnen keine Überlebenden. Die Maschine war auf dem Weg in die Stadt Bandar Abbas. Nach Behördenangaben war das Flugzeug in ein zehnstöckiges Wohngebäude gerast und danach in Flammen aufgegangen. In dem Viertel brachen anschließend Brände aus. Laut Augenzeugen waren dichte Rauchwolken zu sehen. „Es sieht furchtbar aus“, zitierte CNN einen Mitarbeiter des iranischen Roten Halbmondes, Schahram Alamdari, aus einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur Reuters von der Unglücksstelle.

Völlig unklar war zunächst auch, wie viele Menschen dem Unglück auf dem Boden zum Opfer gefallen waren. Während ein Feuerwehsprecher mitteilte, dass es in der Siedlung keine Todesopfer gegeben habe, äußerte die iranische Polizei die Befürchtung, dass Dutzende weitere Menschen zu Tode gekommen seien dürften. Das Flugzeug dürfte zum Zeitpunkt des Unglücks voll getankt gewesen sein.
Allein in dem direkt betroffenen Wohnkomplex leben rund 250 Menschen. Über deren Schicksal war zunächst nichts bekannt. Rettungskräfte versuchten am Nachmittag, Brände einzudämmen und nach Überlebenden zu suchen. Die Absturzstelle wurde weiträumig abgesperrt.

Der Pilot der Maschine soll unmittelbar vor dem Unglück eine Notlandung versucht haben. Er sei nach dem Start wegen technischer Probleme an den Triebwerken umgekehrt, meldeten iranische Medien. Über den Flughafen Mehrabad werden Inlands-, Auslands- und Militärflüge abgewickelt. Erst im Februar 2003 waren bei einem ähnlichen Unglück im Iran 276 Revolutionsgardisten ums Leben gekommen. Damals zerschellte ein Truppentransporter vom Typ Iljuschin 76 im Südosten des Landes.

Österreichischer Rundfunk

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