Oö: Keine Hepatitis-Impfung für Feuerwehrleute
Oberösterreich: Nach einem Unfall in NÖ, wo kurzzeitig die Befürchtung bestand, dass sich Feuerwehrleute mit Hepatitis angesteckt haben könnten, fordern die oö. Feuerwehren erneut eine Impfung gegen die gefährliche Leberkrankheit.
Die oberösterreichischen Feuerwehren fordern für ihre Einsatzkräfte eine Impfung gegen Hepatitis. Während Sanitäter, Polizisten oder Müllsortierer als gefährdete Berufe angesehen werden und die Allgemeine Unfallversicherunhsanstalt (AUVA) die Kosten übernimmt, ist das bei den Feuerwehren trotz hohen Risikos nicht der Fall.
Landesfeuerwehrkommandant Johann Huber hofft auf eine rasche Einigung und eine bundesweite Regelung. „Die Feuerwehr in Oberösterreich schneidet jährlich an die 500 Personen aus verunfallten Wracks heraus. Hier und bei anderen Unfällen sehen wir eine große Gefahr.“
Kosten pro Impfung: 120 Euro. Unterstützung erhält Huber vom zuständigen Landesrat Josef Stockinger, der sich für eine bundesweit einheitliche Regelung ausspricht: „Unsere Feuerwehrleute haben das Recht, vor allem wenn sie freiwillig im Einsatz sind, dass sie bestmöglich geschützt sind. Daher ist es logisch, dass es diese Schutzimpfung auch für jene Feuerwehrleute gibt, die in schwierigen Bergungseinsätzen Risiken übernehmen. Auch bei den freiwilligen Rettungsleuten und Sanitätern werden die Kosten von der AUVA getragen. Dies sollte auch für Feuerwehrleute der Fall sein.“
Betroffen seien laut Stockinger vor allem die rund 9.000 Spezialisten unter den Feuerwehrleuten. Die Kosten für die erforderlichen drei Teilimpfungen betragen pro Person 120 Euro.
Zusatz (FPÖ-Aussendung):
Seit April 2005 dieses Jahres liegt der Antrag der FPÖ-Abgeordneten im Landtag,, dass das Land die Kosten für die Hepatitis-Schutzimpfung der oö. Feuerwehrleute übernehmen soll.
„Bis jetzt wurde der entsprechende Unterausschuss nicht einberufen, die Beratungen werden verzögert. Dabei wäre es notwendig, ein Finanzierungsmodell für die Schutzimpfung Hepatitis A und B für Feuerwehren zu erstellen und jene Mittel bereitzustellen, die für eine Impfaktion erforderlich sind!“, betonte FP-Klubobmann Steinkellner.
Die FPÖ hatte bereits im Jahr 2002 beantragt, im Landesbudget die dafür erforderlichen Mittel bereit zu stellen.
„Damals haben die anderen Parteien dazu nur beruhigende Worte gefunden. Es hat sich gezeigt, wie wichtig es wäre, dass das Land hier in Vorleistung geht. Wir könnten das längst haben und brauchten nicht die Feuerwehrleute weiter der Gefährdung aussetzen, bis der Feuerwehrreferent endlich mit der AUVA eine Lösung zu Stande bringt!“, stellte FP-Klubobmann Steinkellner fest.
Interessant sei, dass in anderen Bundesländern bereits ernsthaft über Lösungen für diesen Impfschutz diskutiert wird. Als Beispiel sei die Internet-Seite des Bezirksfeuerwehrkommandos Leibnitz, Steiermark, zitiert:
* Hepatitisimpfung für die Feuerwehrmitglieder
In absehbarer Zeit ist es vorgesehen, eine Hepatitisimpfung für alle Feuerwehrmitglieder kostengünstig anzubieten. Laut letzten Informationsstand von Landesfeuerwehrarzt Dr. Koroschetz soll der Impfstoff zum Preis von 105 Euro erhältlich sein. Eine mögliche Aufteilung der Kosten zu je einem Drittel (Feuerwehrmitglied, Ortsfeuerwehr und Beihilfe seitens des LFV) wurde als Vorschlag eingebracht. Die Impfung soll durch die Feuerwehrärzte erfolgen.
