Oö: Explosive Feuerwehr-Leistungsprüfung in Linz
Linz (Oö): Im Oö. Landes-Feuerwehrverband standen am 28. Oktober 2005 ingesamt 29 für den Sprengdienst ausgebildete Feuerwehrleute am Prüfstand. Anlass dafür war die dieses Jahr ins Leben gerufene Leistungsprüfung „Sprengdienst“.
Der Sprengdienst im Oö. Feuerwehrwesen geht aus den Eisstößen der 60er Jahre hervor. Immer wieder können die Sprengbefugten der Feuerwehren aber ihr Ausbildung bei Gebäude- oder gefährlichen Felssprengungen unter Beweis stellen bzw. festigen.
Die Leistungsprüfung besteht aus einem theoretischen sowie einem praktischen Teil. Während in ersterem Fragen aus der Sprengtechnik, den gesetzlichen Grundlagen sowie der Durchführung von Transporten pyrotechnischer Materialien zu beantworten sind, geht es in der Praxis bis auf die eigentliche Sprengung in vier Disziplinen richtig ans Werk.

Die praktischen Bereiche:
a) Arbeiten mit Zündschnur und einer Sprengkapsel
Hier hat der Bewerber eine Zeitzündschnur gemäß dem gesetzlichen Maß anzuschneiden und abzulängen. Zusätzlich ist eine entsprechende Brennprobe durchzuführen. Nach dem Ablängen einer zweiten Zündschnur ist eine Sprengkapsel ordnungsgemäß zu entnehmen und zu überprüfen. Mittels einer Abwürgezange (Sprengkapselzange) ist die Sprengkapsel abzuwürgen und weiters eine Schlagpatrone herzustellen.
b) Arbeiten mit elektrischen Zündern
Einleitend hat der Bewerber hier einen elektrischen Zünder ordnungsgemäß zu entnehmen und diesen entsprechend vorzubereiten (Ausstreifen und Durchmessen der Zünderdrähte). Anschließend ist eine Schlagpatrone herzustellen und die Zünderdrähte mit der Schießleitung (mind. 20 Meter) zu verbinden. Nach dem Überprüfen der Zündmaschine muss das erste Akustiksignal abgegeben und anschließend der gesamte Zündkreis geprüft werden. Im Anschluss an ein weiteres Akustiksignal ist die Schießleitung an die Zündmaschine anzuklemmen und die Kurbel an diese anzustecken. Nach der Meldung „Feuer“ sowie des Schusses muss die Kurbel wieder abgelegt und die Zündleitung wieder abgeklemmt werden, bevor das dritte Akustiksignal gegeben und aufgeräumt werden kann.
c) Arbeiten mit detonierender Zündschnur und Zündern
Nach dem Ablängen einer detonierenden Zündschnur mit 2,5 Meter Länge muss der Bewerber vier Stück Zündpatronen herstellen (detonierende Zündschnur 0,5 m und eine 1/2 Patrone Austro Gel 1 30/200). Im Anschluss an das Verbinden der Zündpatronen mit der Leitfeuerschnur ist ein elektrischer Zünder zu entnehmen und der Stromdurchgang zu überprüfen. Nach dem Anbringen des Zünders an der Leitfeuerschnur und der Meldung „Leitfeuer fertig“ ist diese Disziplin abgeschlossen.

d) Vorbereitung einer Rettungs- und Bergesprengung
Die aus Militärkreisen stammende Rettungs- und Bergesprengung wird auch im Zuge dieser Disziplin forciert. Aufgrund des vorliegenden Mauerwerkes ist die entsprechende Lademenge zu berechnen und die notwendige Ladung ordnungsgemäß anzubringen.
