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Über 30.000 Erdbebentote allein in Pakistan

Die Zahl der Toten bei dem schweren Erdbeben in Pakistan, Indien und Afghanistan ist am Sonntag, dem 9.10.2005, auf mehr als 30.000 gestiegen, wie ein Sprecher der pakistanischen Regierung mitteilte. Über 40.000 Menschen wurden verletzt. Hilfe für die Betroffenen ist oft nur noch auf dem Luftweg möglich.

llein im pakistanischen Teil von Kaschmir seien gegen 30’000 Bewohner ums Leben gekommen, sagte ein Sprecher der Regierung. Es sei zu befürchten, dass die Zahl der Toten weiter steigen werde. Etwa 41’000 Menschen wurden verletzt. Rettungskräfte bargen zahllose Opfer aus den Trümmern von Wohnhäusern, Ziegelgebäuden und Schulen. Das Beben vom Samstag hatte die Stärke von 7,6 auf der Richter- Skala gehabt und rund 30 Sekunden gedauert. Das Epizentrum befand sich rund 100 Kilometer nordöstlich von Islamabad nahe der Grenze zu Indien. In den zwölf Stunden nach dem ersten verheerenden Erstoss kam es zu 19 Nachbeben, die Stärken zwischen 4,5 und 6,3 erreichten.

Verzweifelt versuchten Rettungsmannschaften am Sonntag Verschüttete aus den Trümmern zu bergen. Priorität für die Helfer hatte auch die Versorgung der Obdachlosen mit Medikamenten, Nahrungsmitteln und Wasser. Die Rettungsarbeiten im pakistanischen Teil von Kaschmir wurden von heftigem Regen beeinträchtigt. Vor allem aus der Hauptstadt Muzaffarabad, wo ein grosser Teil der Gebäude beschädigt wurde, wurden heftige Niederschläge gemeldet, wie der Online-Dienst der Pakistan Tribune meldete. Mehrere Länder, darunter die Schweiz, haben inzwischen Hilfe angeboten. Die Vereinten Nationen entsandten ein Team zur Koordinierung des Hilfseinsatzes. Dazu gehören auch drei Experten aus der Schweiz.

Präsident George W. Bush sagte den Menschen in den Erdbebengebieten Südasiens die Hilfe der Vereinigten Staaten zu. Erste Hilfslieferungen seien bereits in die Katastrophenregion unterwegs. Japan schickte ein 50-köpfiges Team von Bergungsexperten nach Pakistan. In der Hauptstadt Islamabad stürzte ein zehnstöckiges Wohnhaus ein. Mindestens fünf Personen starben in den Trümmern, mehr als hundert weitere wurden verschüttet. Nachbarn versuchten, sie mit blossen Händen zu befreien. Das Hauptbeben erschütterte Islamabad 30 Sekunden lang. Die Menschen liefen in Panik auf die Strassen, teilweise nur mit Schlafanzügen bekleidet. Bis zum Abend gab es mindestens 14 Nachbeben, darunter eines mit einer Stärke von etwa 6,0 auf der Richter-Skala.

Neue Züricher Zeitung

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