Nö: Gänserndorfer qualifizierte sich für “Race Across America”!
Andreas Dengler, 1. Gruppenkommandant der Feuerwehr der Stadt Gänserndorf, ist begeisterter Radrennfahrer und nahm letztes Wochenende am spektakulärsten Radrennen der Tschechischen Republik teil.
REKORDLEISTUNG – 1.252 km „Rund um Tschechien“ – non stop!
Ziel war es, die vorgegebene Strecke in schnellst möglicher Zeit zurückzulegen. Es gab keine Etappen sondern lediglich 14 Kontrollstellen. Jeder Teilnehmer konnte selbst wählen wann und wo er Pausen einlegen möchte.

„Dieses Rennen gilt weltweit als das härteste Qualifikationsrennen für das berüchtigte „Race Across America“ (RAAM), beim dem ca. 5.000 km nonstop quer durch die USA zu bewältigen sind“, so Dengler.
Dengler belegte mit einer Fahrzeit von 56 h 34 min den stolzen 5. Platz unter den 13 internationalen Startern und lag damit nur 2 Stunden hinter dem zweifachen RAAM Sieger Bob Fourney.
Mit dieser Leistung schaffte er auch als erster des Bezirkes Gänserndorf die Qualifikation für das RAAM – dem härtesten Radrennen der Welt – und zählt damit zu dem engen Kreis von insgesamt 31 RAAM Qualifizierten in ganz Österreich.
Unterstützt wurde Dengler durch ein 5 köpfiges Betreuerteam der Feuerwehr Gänserndorf – Zehetner Markus, Koller Christian, Panny Christian und Krammel Mario – und an der Spitze seine Frau Gabi.

Schon bei der Anreise nach Trinec – dem Ausgangs- und Zielort des Rennens, kündigte strömender Regen die widrigen Witterungsbedingungen an.
Am Donnerstag fand um 12:00 Uhr bei strömenden Regen der Start für das spektakuläre Rennen statt. 13 Starter nahmen die Qualen auf sich.
Nach etwa 30 km neutralisiertem Start bekam das Rennen eine Eigendynamik.
„Erste Ausreißversuche – unser Andi war immer live dabei – Verfolgungs- und Aufholjagden!“
Das Betreuerteam stets im Rücken wissend, übernahm Dengler des öfteren die Führung und versuchte die „Taktierer“ im Feld aus Ihrem Konzept zu bringen und herauszufordern.
Stundenlang ging dieses Spiel hin und her – langsam kristallisierte sich jedoch eine 5er Gruppe als Spitzengruppe heraus, welche sich nach und nach auseinander zog.
„Andi war immer an der Spitze zu finden und kämpfte stundenlang um den 2. und 3. Platz gegen den schlussendlich Zweitplatzierten Josef Prchalik (CZ).“
Die erste Nacht verlief für Andreas sehr gut. Er hielt das Tempo gut durch und trotze den widrigen Wetterbedingungen – Regen und Temperaturen um die neun Grad.
Zur Halbzeit in „As“ war Dengler am sensationellen 2. Platz hinter dem unschlagbar fahrenden Jaroslav Senk (CZ). Nach einer einstündigen Regenerationspause ging es gegen 13:00 Uhr weiter.
Allerdings packten gegen Ende des zweiten Tages die „Routiniers“ auf diesem Kurs Ihr ganzes Können aus und bestimmten zusehends das Renntempo.
Nun stand auch Dengler auf einem harten Prüfstand. Die vielen Kilometer und die vor allem noch nicht ideale Sitzposition – Dengler musste mit einem nagelneuen Rennrad starten, da sein Rennrad 1 Woche vor dem Rennen gestohlen wurde (!) – machten sich nun bemerkbar.
Teilweise unter unerträglichen Gelenkschmerzen spulte Dengler Kilometer für Kilometer herunter.
Erst 300 km vor dem Ziel musste er die Konkurrenten Patrik Bartik (CZ) und Bob Fourney (USA) ziehen lassen und viel vom sensationellen 3. auf den 5. Platz zurück.
Auch ein Gewittersturm 80 km vor dem Ziel konnte Dengler nicht stoppen. Aufgrund der Intensität und der Blitze wurde er schlussendlich doch noch zu einer weiteren 30 minütigen Pause gezwungen – nach 53 stündiger Renndauer sicher eine Wohltat.
„Nach dieser Pause, in welcher Andi wieder neue Energien schöpfte, gab es kein Halten mehr – mit konstantem Tempo und eisernem Willen fuhr Andreas, der von seinem Team fehlerfrei durch Klein- und Großstädte navigiert wurde, in Richtung Ziel.“
Am Samstag um 20:34 Uhr hat es Andreas endlich geschafft!
Mit „I am from Austria“ über den Navigationslautsprecher überquerte er schließlich die Ziellinie mit einer Fahrzeit von 56 h 34min.
Mit dieser Zeit blieb Dengler innerhalb der Karenzzeit zur Qualifikation für das „Race Across America“. Innerhalb der nächsten 3 Jahre ist er nun berechtigt beim härtesten Radrennen der Welt – quer durch den amerikanischen Kontinent – teilzunehmen.
Hierzu wäre neben einem Monsterprogramm an Training jedoch auch einige Tausend Euro an Sponsorgeldern notwendig.
„Wer Andreas kennt, weis aber, dass er schon aus so manch unrealistisch erscheinenden Herausforderung ein umgesetztes Ziel machte! – So kam er schließlich zum Radsport!“

Die Platzierungen aller Teilnehmer war wie folgt:
1. Jaroslav Senk (CZ) 51:44
2. Josef Trchalik (CZ) 53:28
3. Patrik Bartik (CZ) 54:24
4. Bob Fourney (USA) 54:34
5. Andreas Dengler (AUT) 56:34
6. Karsten Wollersheim (GER) 59:05
7. Stefan Pacak (CZ) 66:09
8. Hana Ebertova (CZ) 68:40
9. Juraj Teplan (SK) Aufgabe nach 33:10 (770km)
10. Lutz Nestler (GER) Aufgabe nach 25:12 (549km)
11. Dario Valsesias (ITA) Aufgabe nach 24:26 (460km)
12. Pete Link (USA) Aufgabe nach 23:20 (349km)
13. Lutz Weber (GER) Nicht gestartet
