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Stmk: 2 tote Kinder bei Explosion – Anschlag gilt als wahrscheinlich!

Wagna (Stmk): Bei jener Explosion in einer Pizzeria in Wagna, bei der Samstagfrüh, 18. Juni 2005, zwei Kinder starben, handelt es sich mit höchster Wahrscheinlichkeit um einen Brandanschlag. Das ergaben die bisherigen Ermittlungen.

Die Explosion ereignete sich gegen 2.30 Uhr; das Gebäude der Pizzeria stürzte durch die Explosion und den darauffolgenden Brand ein; die Wucht war so stark, dass sogar bei Nachbargebäuden Rollläden zerstört wurden. Nachbar Kurt Kapaun erlebte die Explosion so: „Ich bin gegen 23.30 Uhr schlafen gegangen. Kurz nach halb 3 war ein explosionsartiger Knall, dann schau‘ ich beim Fenster runter und seh‘, dass beim Nachbarn eine Stichflamme aus dem Extrazimmer rausgeschossen ist. Die Flammen sind dann schon in kürzester Zeit 20, 30 Meter in die Höhe gegangen“.

Zwei Buben im Alter von vier und fünf Jahren sind tot; sie schliefen direkt über dem Explosionsherd, sagt Gendarmerie-Einsatzleiter Alois Trummer. „Nach der Explosion ist ein Teil der Decke eingestürzt, und sie sind aus dem ersten Stock ins Parterre gefallen. Die gesamten Innenmauern sind eingestürzt und haben die Kinder begraben.“

Ihre Eltern konnten sich durch ein Fenster mit einem eineinhalbjährigen Kind ins Freie retten. Neben diesem Kleinkind wurden noch fünf Erwachsene verletzt, sie wurden ins LKH Wagna gebracht. Im Zuge der Ermittlungen verdichteten sich die Hinweise auf einen Anschlag: Ein mögliches Gebrechen an der Erdgasleitung der Energie Steiermark wurde von deren Sprecher als „unmöglich“ bezeichnet; außerdem gab es laut dem Pizzakoch in der Pizzeria keinen Flüssiggasherd, und auch im Schutt wurde keine Gasflasche entdeckt.

„Der derzeitige Erhebungsstand zeigt uns eindeutig, dass es sich um eine bewusste Handlung für eine Brandstiftung dreht. Sprengstoff wurde mit Sicherheit nicht verwendet, allerdings besteht der große Verdacht, dass ein Brandbeschleunigungsmittel wie etwa Benzin verwendet wurde“, so Brandermittler Günter Peterka. Die Kriminalisten und ihre Hunde nahmen zudem in dem zerstörten Gebäude den Geruch von Benzin oder einem anderen Erdölprodukt wahr; Laboruntersuchungen sollen endgültige Klarheit bringen.

Wer die Tat begangen haben könnte, dafür gebe es bisher keine klaren Anhaltspunkte, so die Gendarmerie-Einsatzleitung. Zunächst hieß es noch, es gebe eine Person – einen 39-jährigen Onkel der toten Buben – die sich nach dem Brand verdächtig verhalten habe. Der 39-Jährige und seine Angehörigen hatten schon länger Streit mit dem Pächter der Pizzeria – allesamt Ägypter; dabei ging es um den Lärm der Pizzeria, der die anderen Hausbewohner störte. In diesem Zusammenhang war der 39-Jährige vor drei Wochen auch in eine Messerstecherei verwickelt: Damals wurde eine Person durch Messerstiche, mehrere weitere wurden durch herumgeworfene Flaschen verletzt.

ORF Steiermark

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