Ktn: Schwerer Unfall – Autolenker verweigerten Hilfe & 20 Minuten bis zum Alarm
Steinefeld (Ktn): Auf der Drautal-Bundesstraße ist es am Donnerstag, dem 16. Juni 2005, zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen, zwei Lenker wurden schwer verletzt. Nach ersten Erhebungen fuhren einige Autofahrer vorbei, die Opfer mussten lange auf Hilfe warten.
Ein 28 Jahre alter Autolenker aus Oberdrauburg ist bei Steinefeld frontal gegen einen entgegenkommenden Klein-Lkw gekracht. Mögliche Unfallursache könnte dichter Nebel gewesen sein. Durch die Wucht des Anpralles wurde der Lkw gegen die nördliche Leitschiene gestoßen. Die Fahrertüre wurde aus dem Führerhaus gerissen und der Lenker aus dem Wagen über eine sechs Meter hohe Straßenböschung geschleudert. Der Koch kam mit seinem Pkw 70 Meter weiter zum Stillstand, wurde im Wrack eingeklemmt und erlitt schwerste Verletzungen.
Der Unfall hat sich laut Tachoscheibe des Klein-Lkw gegen 05.10 Uhr ereignet. Doch erst gegen 5.28 Uhr ging die Meldung beim Posten ein. Laut Gendarmerie ist die Straße um diese Tageszeit stark befahren, umso verwunderlicher sei es, dass 20 Minuten bis zum Alarm vergingen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen unterlassener Hilfeleistung. Nähere Details werden erst die Einvernahmen der beiden Unfallopfer bringen. Der Anrainer Thomas Maier wurde durch den Unfalllärm aus dem Schlaf geweckt und machte sich auf zur Unfallstelle.
Rund 20 Minuten später sei er am Unfallort gewesen und habe sofort Hilfe geholt, sagt Maier: „Auf dem Weg dorthin sind mir einige Autos entgegengekommen. Keiner dieser Lenker ist bei der Unfallstelle stehen geblieben.“ Als Maier an der Unfallstelle ankam, seien zwei Autos bei dem verunglückten Pkw-Fahrer gestanden. Dem Lkw-Fahrer, der gerade versuchte, trotz mehrerer Brüche über die Leitschiene zu klettern, habe niemand geholfen.
Sowohl Gendarmen, Rot-Kreuz-Helfer als auch Feuerwehrleute waren entsetzt, wie lange es gedauert hat, bis die Rettungskette ausgelöst worden ist. Die Autofahrer müssen sich, ohne zu helfen, regelrecht an den schwer verletzten Männern und den beiden Wracks vorbeigeschlängelt haben. Nachdem die Gendarmerie alarmiert war, dauerte es nur mehr kurze Zeit, bis die Retter am Unfallort waren. Erst wurde von nur einem Verletzten ausgegangen, da der Lkw-Fahrer hinter der Leitplanke nicht gleich gefunden wurde.
Der Unfalllenker musste von der Feuerwehr mit der Bergeschere aus dem Wrack befreit werden. Beide schwer Verletzten wurden vom Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht.
