Vbg: Lebensmünder hält Einsatzkräfte auf Trab
Bregenz (Vbg): In Bregenz hält ein 39-jähriger Mann Exekutive, Rettungs- und Feuerwehrkräfte seit Jahren in Atem. Lautstark klettert er auf Kräne oder Brücken und droht dann, sich das Leben zu nehmen, so auch am Montag, dem 13. Juni 2005.
Für die Einsatzkräfte in Bregenz war es bereits der dritte Alarm, den der 39-jährige Arbeitslose innerhalb einer Woche auslöste. „Wir bekommen jedes Mal ein mulmiges Gefühl, wenn wir erfahren, dass irgendwo ein Kran aufgestellt wird“, heißt es beim Gendarmerieposten Bregenz. Tatsächlich erregt der Mann – in unterschiedlichen Abständen – immer wieder Aufsehen. Der erste Vorfall geht zehn Jahre zurück, sagt Stadtarzt Dietmar Ortner, der bei jeder Kletteraktion des 39-Jährigen gerufen wird. Bislang sei zum Glück nichts passiert.
Der Mann wird jedes Mal von den Einsatzkräften in Sicherheit gebracht, dann wird er ins Landeskrankenhaus Rankweil transferiert und nach drei bis vier Tagen wieder entlassen, sagt Ortner. Ein Ende der zahlreichen Einsätze ist laut Ortner nicht in Sicht.
Primar Albert Lingg vom Landeskrankenhaus versteht den Wunsch, dass der 39-Jährige länger im Krankenhaus behalten wird. In Fällen wie diesem würden die Leute laut Gesetz so lange behalten und behandelt, wie es sinnvoll sei. Wenn jemand nicht mehr erkennbar und ernsthaft selbst- und oder fremdgefährdet ist, müssen wir ihn entlassen, sagt Lingg. Der Mann besteigt die Kräne oder Brücken meist in alkoholisiertem Zustand, ein Wunder, dass dies bisher ohne Zwischenfälle abgelaufen ist, sagt Ortner. Außerdem bestehe die Gefahr, dass er, wenn auch nicht bewusst, in die Tiefe stürze und sich verletze oder sterbe.
