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Schweiz: 12 Tote bei schwerem Busunfall

Schweiz: Beim 150 Meter tiefen Sturz eines Reisebusses im Schweizer Kanton Wallis sind am 17.4.2005 zwölf Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei konnte das erst am Nachmittag bestätigen, da die schwierige Bergung Stunden gedauert hatte. 15 Menschen wurden verletzt.

Der Bus war aus noch ungeklärten Gründen kurz vor 10.00 Uhr von der Straße abgekommen und über die Böschung gestürzt. Hunderte Helfer mussten zur Unglücksstelle abgeseilt werden. Das Fahrzeug war nach dem Sturz in die Tiefe in einem Flussbett liegen geblieben.

In dem Bus waren insgesamt 24 Passagiere, zwei Fahrer und eine Reisebegleiterin. Die Gruppe aus dem Raum Bern war auf dem Weg zum italienischen Mittelmeer-Hafen Savona, wo die Passagiere eine Kreuzfahrt antreten sollten.

Die meisten Insassen wurden nach Polizeiangaben beim Absturz des Busses aus dem Fahrzeug geschleudert. Vier Menschen wurden laut der Polizei schwer verletzt, schweben jedoch nicht in Lebensgefahr. Der Unfall ist das schlimmste Busunglück in der Schweiz seit 1982.

ORF

Bericht der Züricher Zeitung:
Ein schwerer Busunfall am Grossen St. Bernhard hat am Sonntagmorgen 12 Tote und 15 Verletzte gefordert. Dies gab die Walliser Kantonspolizei an einer Medienkonferenz in Orsières bekannt. Der Car mit 27 Insassen an Bord überschlug sich im steilen Gelände und stürzte anschliessend eine Schlucht hinunter. Zur Bergung der Toten und Verletzten standen 160 Rettungskräfte im Einsatz.

Beim schwersten Busunglück in der Schweiz seit über zwei Jahrzehnten sind am Sonntagmorgen am Grossen St. Bernhard zwölf Personen getötet und 15 verletzt worden, vier von ihnen schwer. Der Car war von der Strasse abgekommen und in eine Schlucht gestürzt. Der mit 27 Insassen besetzte Reisecar der Ernst Marti AG verunglückte am Sonntagmorgen kurz vor 10 Uhr zwischen Orsières und Liddes auf der Strecke zum Grossen St. Bernhard im Unterwallis.

Laut Angaben der Polizei war der Bus in einer Linkskurve aus zunächst nicht geklärten Gründen rechts von der nassen, aber nicht schneebedeckten Strasse abgekommen. Er durchbrach die Leitplanke und überschlug sich mehrere Male in einem Steilhang, bevor er rund 100 Meter in die Tiefe stürzte und im Bett des Flusses La Drance d‘ Entremont liegen blieb.

Beim Überschlagen des Busses wurden 14 Insassen hinausgeschleudert, die alle überlebten, wie der Unterwalliser Untersuchungsrichter Dominique Lovey am der Pressekonferenz erklärte. Die anderen 13 Insassen stürzten mit dem Bus in die Schlucht; zwölf von ihnen wurden dabei getötet.

Unter den Toten befinden sich laut Lovey sechs Frauen, fünf Männer und ein 15-Jähriger. Zehn der Verletzten wurden nach Sitten und fünf nach Martigny ins Spital gebracht.

Der Reisecar der Ernst Marti AG aus dem bernischen Kallnach war nach Savona in Ligurien unterwegs. Im Car hatten sich 24 Passagiere, zwei Chauffeure und eine Bordhostess befunden, wie Heinrich Marti, Geschäftsleiter der Ernst Marti AG in Kallnach, sagte. Der Bus war am Sonntagmorgen um 6 Uhr von Kallnach aus gestartet und hatte in Bern zunächst 18 aus der Region Bern-Mittelland stammende Passagiere aufgenommen. Die übrigen Passagiere stiegen in Lausanne und in Martigny zu.

Der Car sollte die Passagiere in Savona auf ein Kreuzfahrtschiff für eine Mittelmeerkreuzfahrt bringen. Die beiden Chauffeure des Reisecars seien erfahrene Leute gewesen, die regelmässig solche Einsätze geleistet hätten, sagte Marti. Er selber habe von einem der beiden Carchauffeure vom Unglück erfahren. Der Chauffeur habe ihn angerufen und ihm mitgeteilt, dass der Car verunfallt sei, sagte Marti in der Tagesschau des Deutschschweizer Fernsehens SF DRS. Da der Mann aber verletzt gewesen und unter Schock gestanden sei, habe er ihm keine näheren Angaben machen können. Laut Marti wurde der verunfallte Bus erst im Juli 2004 neu gekauft.

Zur Bergung der Toten und Verletzten standen laut Angaben der Polizei rund 160 Rettungskräfte, darunter zahlreiche Bergführer und Bergsteiger, sowie ein Helikopter im Einsatz. Im Auftrag der Europäischen Reiseversicherung waren auch ein Careteam mit psychologischen Fachkräften sowie weitere Ärzte vor Ort.

Nach Angaben der Polizei mussten die Retter zur Bergung der Opfer am Fusse der Schlucht abgeseilt werden.

Für die Angehörigen der Opfer wurde unter der Nummer 044/655.12.12 eine Hotline eingerichtet. Die Strecke zwischen Orsières und Liddes war nach dem Unfall bis 15 Uhr gesperrt.

Bundespräsident Samuel Schmid hat den Angehörigen der Opfer des Busunglücks im Unterwallis sein Beileid ausgesprochen. In einer Erklärung, die vom Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) verbreitet wurde, wünschte er allen Verletzten vollständige Genesung und dankte den Rettungskräften für ihren schwierigen Einsatz.

Schmid, der am Sonntag anlässlich einer Japanreise in Tokio weilte, war kurz vor Mitternacht Ortszeit über das Unglück informiert worden. Er habe die Unglücksnachricht mit Trauer entgegengenommen, heisst es in der Erklärung des VBS.

Züricher Zeitung

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